Cepparello entstand 1980 auf Isole e Olena, im westlichen Teil des Chianti Classico, und zählt zu den Pionieren der Supertuscans. Der reinsortige Sangiovese verkörpert alles, was Terroir ausmacht: die Wurzel, die Perspektive und den unverwechselbaren Charakter. Sein Kompass ist seit jeher ein feines Gespür für den Ort, getragen von handwerklicher Präzision und einem zutiefst menschlichen Verständnis von Terroir.
Mit den ersten Massen- und Klonselektionen in den 1980er- und 1990er-Jahren begann das Weingut, seine Böden und Reben systematisch zu erforschen und deren Entwicklung sowie ihre Reaktion auf ein sich wandelndes Klima aufmerksam zu beobachten. Insbesondere in den vergangenen zwanzig Jahren hat Isole e Olena die Selektion seines Sangiovese weiter vertieft und jene Rebstöcke identifiziert, die besonders für Rebanlagen unter den neuen klimatischen Bedingungen geeignet sind.
Seit 2023 setzt sich dieser Weg mit einem Programm zur jährlichen Neupflanzung von rund zwei Hektar sowie mit der Wiederherstellung der historischen Terrassen fort, die zugleich einen wertvollen Beitrag zum Schutz der Böden vor Erosion leisten.
Die Entscheidung für diese dynamische Form der Landwirtschaft, die das Erbe der Vergangenheit bewahrt und zugleich den Blick in die Zukunft richtet, bildet die Seele von Isole e Olena. Ihre höchste Ausdrucksform findet sie im IGT Toscana Cepparello.
„Wir beschäftigen uns intensiv mit unseren Böden und der Parzellierung. Wir beobachten, wie jede einzelne Rebe auf den Ort reagiert, an dem sie wächst, und geben ihr die Möglichkeit, ihren eigenen Charakter zum Ausdruck zu bringen“, erklärt Emanuele Reolon, Estate Director von Isole e Olena. „Wir selektieren die besten Trauben aus den sonnigsten und am besten belüfteten Weinbergen: Nur die Trauben aus den am besten geeigneten Parzellen sind für Cepparello bestimmt.“
Es ist ein geduldiger Weg, geprägt von Beobachtung, Vergleich und Experimentierfreude – ein Ansatz, der seit jeher zum weinbaulichen Erbe dieses Sangiovese gehört, der die Geschichte des italienischen Weins entscheidend mitgeprägt hat.
Im Jahrgang 2023 findet dieses Zusammenspiel seinen Ausdruck. „Der Frühling begann mit ausreichenden Niederschlägen, die dazu beitrugen, die Wasserreserven im Boden aufzubauen. Die Sommermonate waren warm, blieben jedoch von den extremen Hitzewellen der zurückliegenden Jahre verschont. Die Niederschläge während der Vegetationsperiode unterstützten eine ideale Reifung der Trauben, während der Wind die Gesundheit der Reben bewahrte. Ende September und Anfang Oktober schließlich begleitete uns die Sonne“, erinnert sich Reolon. „So konnten wir Trauben mit einem intensiven Aromaprofil und einer lebendigen Säure lesen, ideale Voraussetzungen für die Entwicklung des Weins.“
Die Sorgfalt, die den Weinbergen während des gesamten Jahres gewidmet wird, setzt sich im Keller fort. Dort vergären die selektierten Trauben in konischen Gärbehältern aus französischer Eiche. Anschließend reift der Wein 18 Monate lang in neuen und gebrauchten Barriques und Tonneaux sowie in großen Holzfässern, bevor eine weitere einjährige Flaschenreife folgt.
„Unsere Aufgabe“, so der Önologe abschließend, „besteht darin, Cepparello auf seinem Weg zu begleiten und ihm den Raum zu geben, seine eigene Identität zum Ausdruck zu bringen. Und der Jahrgang 2023 bringt dies mit besonderer Klarheit zum Vorschein: ein lebendiger, eleganter Sangiovese, der Energie und Balance vereint.“
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