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Breslau – Geheimtipp an der Oder

Es war der kurze, fast unbeschwerte Corona-Spätommer zwischen zwei Lockdowns, der zu einem Besuch von Breslau, polnisch Wroclaw, einlud. Und die viertgrößte Stadt Polens im Südwesten des Landes enttäuschte nicht.

Altstadt Marktplatz

Kulturmetropole

Im Gegensatz zu Krakau, mit dem Breslau um den Titel als schönste Stadt Polens konkurriert, steht die niederschlesische Metropole noch nicht so sehr im Fokus von Städtereisenden. Zu Unrecht, denn besonders in den letzten Jahren hat sich die im Zweiten Weltkrieg stark zerstörte und vorbildlich wieder aufgebaute City auf allen Gebieten rasant entwickelt. Besonders seit Wroclaw 2016 europäische Kulturhauptstadt war, gilt die Stadt an der Oder als weltoffen und international. Das zeigt sich nicht nur an der Kultur-, sondern auch an der lebendigen Gastro-Szene. Für die junge Kultur steht etwa das Kulturzentrum Bar Barbara. Hier finden Ausstellungen, Konzerte und Performances statt. Nicht zu verwechseln mit Bar Barka, einem angesagten Club für Techno und House.

Ein Highlight der Hochkultur ist etwa die Oper von Breslau. Dabei wartet das 1841 eröffnete sehenswerte Opernhaus mit einer besonderen Spezialität auf. Als das einzige Operntheater in Polen produziert die Oper von Wrocław seit 1997 sogenannte Superspektakel – Stücke, die an unkonventionellen Orten für ein großes Publikum aufgeführt werden, unter Beteiligung von mehreren Hundert Mitarbeitern und unter Verwendung von monumentalen Dekorationen und Spezialeffekten. Gerne werden für diese Projekte die historischen Innenräume der imposanten Jahrhunderthalle genutzt. Die von 1911 bis 1913 nach einem Entwurf des Architekten und Stadtbaurates Max Berg erbaute spektakuläre Veranstaltungshalle aus Stahlbeton zählt seit 2006 zum UNESCO-Welterbe und ist eines der Wahrzeichen Breslaus. Zum Gelände gehört auch der Vier-Kuppel-Pavillon, eine Abteilung des Breslauer Nationalmuseums mit Werken der zeitgenössischen Kunst aus Polen (www.mnwr.pl). Neben der Halle befinden sich zudem eine der größten multimedialen Wasserspiele Europas.

Ein weiteres Wahrzeichen der niederschlesischen Metropole mit etwa 640.000 Einwohnern ist die Dominsel mit der Kathedrale St. Johannes der Täufer, das religiöse und geistige Zentrum sowie der älteste besiedelte Teil der Stadt. Oder besser gesagt, die Oder mit der Dominsel. In den historischen Gassen steckt noch jeden Abend bei Einbruch der Dunkelheit ein Nachtwächter die Gaslaternen an. Mit dem neuen The Bridge befindet sich aber auch ein luxuriöses Boutique-Hotel in diesem historischen Viertel.

Stadt am Strom

Wroclaw ist seit Jahrhunderten durch den Fluss geprägt. Besonders unangenehm deutlich wurde dies beim Hochwasser 2010, als die sogenannte Jahrtausendflut in und um Breslau weite Flächen wie den Breslauer Stadtteil Kosanów überschwemmte. Dem Wasser gewidmet ist das Wasser-Erlebnis- und Ausstellungszentrum Hydropolis. In einem historischen Wasserwerk entstand eine interessante multimediale Ausstellung rund um das Thema Wasser. Sie führt vom Weltall in die Tiefen der Ozeane, durch den menschlichen Körper und durch die Unterwelten der Metropole (www.hydropolis.pl).

Entlang der Oderpromenade bummelt man durch das Szeneviertel Nadodrze und über die Oderinseln. An der Oder hat sich eine abwechslungsreiche Szene mit Cafés, Restaurants und Strandbars etabliert. Restaurants wie das Restaurant Przystań (http://www.przystan.wroc.pl/) oder das La Maddalena (http://lamaddalena.pl/), die beide eine moderne, kreative polnische Küche präsentieren, sind angesagte abendliche Treffpunkte.

Treffpunkt Marktplatz

Zentraler Anlaufpunkt für Einheimische wie für Besucher ist die Altstadt mit dem historischen Marktplatz. Letzterer zählt zu den schönsten Plätzen Europas und wird einfach nur „Der Ring“ (polnisch „Rynek“) genannt. Auf dem Platz mit dem Rathaus in der Mitte und in den umliegenden kleinen Straßen finden sich unzählige Restaurants, Cafés und Kneipen, die immer gut besucht sind. Wer die eher traditionelle, deftige polnische Küche ausprobieren möchte, sollte unbedingt im Restaurant „pod Fredrą“ (www.podfredra.pl) einkehren. Im Sommer sitzt man besonders hübsch auf der großen Terrasse direkt auf dem Marktplatz und kann bei einem frisch gezapften Tyskie und einem Schweinelendenbraten mit Waldpilzen das quirlige Treiben beobachten.

Auf dem Marktplatz findet man wie fast überall in der Stadt die wohl bekanntesten, in jedem Fall aber ungewöhnlichsten und sympathischsten Botschafter Breslaus: die Zwerge. Der Ursprung der Breslauer Zwerge geht auf die politische Oppositionsbewegung „Orange Alternative“ zurück. Sie hatte in den 1980er-Jahren in Breslau mit spontanen Demonstrationen, unter anderem in Zwergenkostümen, Kritik am kommunistischen Regime in Polen geübt und einen gusseisernen Zwerg, den „Papa Zwerg“, in der Breslauer Altstadt aufgestellt. Um die 400 Figuren mit den unterschiedlichsten Motiven soll es inzwischen insgesamt im Stadtbild geben und es werden ständig mehr. Ein guter Ausgangspunkt für die „Zwergenjagd“ ist das legendäre Hotel Monopol (monopolwroclaw.hotel.com.pl). Wroclaws erste Adresse wurde 1892 im neobarocken Stil erbaut, liegt direkt neben dem Nationalen Musikforum, fußläufig zu Oper und Marktplatz. Wer sich hier nach dem Lockdown einquartiert, sollte unbedingt vor dem Zubettgehen noch auf einen Absacker in der stilvollen Bar des Monopols einkehren.

Infos: https://visitwroclaw.eu/de, https://www.facebook.com/visitwro/

uwelehmann/surpress

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