Lifestyle

340 Michelin-Sterne leuchten über Deutschland

Michelin präsentiert seine neue Ausgabe des Guide MICHELIN Deutschland. Auch in diesem Jahr zeigt die deutsche Gastronomie eine bemerkenswerte Entwicklung – wirtschaftlich schwieriger Zeiten zum Trotz.

Christopher Busch ESSENZ

Mit kulinarischer Vielfalt und unvermindert hohem Niveau macht die Restaurantauswahl 2024 Lust aufs Essengehen. Eindrucksvoll die Zahlen: Von insgesamt 340 Sternerestaurants erhält eines neu die 3-Sterne-Auszeichnung, drei Restaurants steigen in die 2-Sterne-Liga auf und 32 Restaurants erhalten einen Stern.

Gwendal Poullennec, Internationaler Direktor des Guide MICHELIN sowie das gesamte Team der MICHELIN Inspektor*innen loben die deutsche Gastronomie: „Ihrer Ausdauer, ihrem Ideenreichtum und ihrem unermüdlichen Tatendrang ist es zu verdanken, dass die Gastronomie überall im Land nach wie vor ein beständig hohes Niveau zeigt. Neben dem enormen Qualitätsanspruch ist auch ein stetig wachsendes Bewusstsein der Gastronom*innen für eine nachhaltige Ausrichtung der Restaurants deutlich erkennbar. In zahlreichen Betrieben stehen Regionalität, Saisonalität und Respekt vor den Lebensmitteln im Fokus. Dieses Engagement findet im Guide MICHELIN mit dem ‚Grünen Stern‘ eine verdiente Würdigung.“

Ein neues 3-Sterne-Restaurant

Eine wirklich herausragende Entwicklung hat Edip Sigl vom Restaurant ES:SENZ im oberbayerischen Grassau vollzogen. Vor zwei Jahren gerade erst mit zwei MICHELIN Sternen ausgezeichnet, ist das geschmackvolle Restaurant im luxuriösen Hotel „Das Achental“ nun ganz an die Spitze der internationalen Gastronomie aufgestiegen. Mit seiner kontrastreichen und zugleich harmonisch umgesetzten kreativen Küche sorgt Edip Sigl bei den Inspektor*innen für wahre Begeisterung: „Eine ganz großartige Leistung. Hier stechen die absolute Top-Qualität der Produkte und die ganz persönliche Stilistik von Herrn Sigl heraus!“ Dem Niveau der Küche stehen auch der überaus professionelle, aufmerksame und bestens eingespielte Service samt versierter Weinberatung sowie das modern-elegante Ambiente in nichts nach.

50 2-Sterne-Restaurants – drei davon sind neu

Mit insgesamt 50 Restaurants hält der 2-Sterne-Bereich im Vergleich zum Vorjahr seinen bemerkenswert hohen Stand. Drei Restaurants sind in der Selektion 2024 neu hinzugekommen. Unter ihnen nimmt das KOMU in München eine besondere Position ein, so schafft das schöne Restaurant mitten in der City schon kurz nach seiner Neuaufnahme in den Guide direkt den Sprung in die 2-Sterne-Liga. Verantwortlich für diese außergewöhnliche Leistung ist Patron und Küchenchef Christoph Kunz (bekannt aus dem Münchner „Alois“), der hier mit seinen modernen Menüs begeistert.

Ein Aufstieg von einem auf zwei Sterne gelingt dem Team des Berchtesgadener PUR. Mit einem fantastischen Degustationsmenü voller geschmacklicher Balance bringt Küchenchef Ulrich Heimann dem geradlinig-schicken Restaurant des „Kempinski Hotel Berchtesgaden“ in wunderbarer Panoramalage den zweiten Stern ein.

Das dritte im Bunde der neuen 2-Sterne-Restaurants ist das SEO Küchenhandwerk in Langenargen. In dem kleinen, hochwertig designten Restaurant im „Seevital Hotel“ am Bodensee geben Küchenchef Roland Pieber und Souschefin Kathrin Stöcklöcker in einem 8-Gänge-Überraschungsmenü ihre kreative Ader zum Besten. Auch hier schafft man den Sprung von einem auf zwei Sterne.

32 neue 1-Stern-Restaurants

Unter den 280 1-Stern-Restaurants der Selektion 2024 des Guide MICHELIN befinden sich 32 neu ausgezeichnete Restaurants. Hervorzuheben seien beispielsweise das Restaurant Residenz Heinz Winkler in Aschau im Chiemgau. Hier führt ein neues Küchenteam einen echten Klassiker der deutschen Gastro-Szene zurück in die Sterne-Liga – unter der Leitung von zwei wohlbekannten Köchen: Stefan Barnhusen und Daniel Pape. Nicht minder interessant ist das Kölner Le Moissonnier Bistro: Nach Schließung des „Le Moissonnier“ schafft es das bewährte Team um Liliane und Vincent Moissonnier sowie Küchenchef Eric Menchon nun mit neuem anspruchsvollem Bistro-Konzept direkt unter die 1-Stern-Restaurants.

Ein weiterer „alter Bekannter“ und nun neu besternt ist das Schwingshackl ESSKULTUR. Nach Umzug von Bad Tölz nach Bernried setzen Erich und Katharina Schwingshackl nun hier ihre anspruchsvolle klassische Küche fort. Als Neuzugang im Guide wird auch das Jacobi in Freiburg im Breisgau auf Anhieb mit einem Stern ausgezeichnet. Das Besondere ist hier neben dem hohen Niveau und dem Ideenreichtum der Küche auch die strikt regionale Ausrichtung, was dem Restaurant zudem einen Grünen Stern einbringt.

Ebenfalls erwähnenswert ist das von zwei Brüdern geleitete Restaurant St. Andreas im sächsischen Aue – Bad Schlema, das mit der Aufnahme in den Guide MICHELIN auch gleich mit einem Stern gewürdigt wird. Auch das Tipken’s by Nils Henkel im Hotel „Severin’s Resort & Spa“ in Keitum auf Sylt erhält für seine gemüsereiche Küche – von Namensgeber Nils Henkel inspiriert – einen Stern.

Zehn neue Grüne Sterne für Nachhaltigkeit ohne Verzicht auf Genuss

77 Grüne Sterne zählt die diesjährige Selektion insgesamt, darunter zehn Neuzugänge. Seit der Einführung des Grünen Sterns im Guide MICHELIN Deutschland 2020 sind sich immer mehr Gastronom*innen ihrer Verantwortung gegenüber Umwelt und Natur bewusst und setzen sich in ihren Betrieben für Ressourcenschonung und einen respektvollen Umgang mit Lebensmitteln ein. Zu ihren vielfältigen Initiativen zählen etwa die Verwendung von saisonalen, regionalen und lokalen (Bio-)Produkten sowie Fleisch aus artgerechter Tierhaltung, „Nose to tail“-Verarbeitung, Vermeidung langer Transportwege oder Müllvermeidung. All das trägt zu einer zukunftsorientierten Gastronomie bei, die sich auch bei den Gästen enormer Beliebtheit erfreut. Dabei bestätigen die MICHELIN Inspektor*innen immer wieder, dass die nachhaltige Ausrichtung der Restaurants in keinerlei Widerspruch steht zu kulinarischem Anspruch und Genuss. 

Drei Awards als Würdigung besonderer Professionals

Mentor Chef, Sommelier und Young Chef sind die drei Awards, die der Guide MICHELIN in diesem Jahr vergibt. Der Mentor Chef Award geht an Sven Elverfeld aus dem langjährigen 3-Sterne-Restaurant Aqua in Wolfsburg. Seit 2000 als Küchenchef im Haus, hat er zahlreiche Köch*innen an seinem wertvollen Erfahrungsschatz teilhaben lassen, reichlich Know-how weitergegeben und sich damit um den gastronomischen Nachwuchs verdient gemacht. Verliehen wird der Award in Kooperation mit der Schweizer Uhrenmanufaktur Blancpain.

Als Sommelier geehrt wird Stéphane Gass aus dem legendären 3-Sterne-Restaurant Schwarzwaldstube in Baiersbronn. Mit seinem fundierten Weinwissen ist der gebürtige Elsässer – bereits seit 1991 Chef-Sommelier im Hause Finkbeiner – ein Garant für die passende Begleitung zu den klassisch-modernen Menüs des Küchenteams um Torsten Michel. Der Sommelier Award wird in Kooperation mit dem französischen Champagnerhaus Perrier-Jouët vergeben.

Mit dem Young Chef Award gewürdigt wird Cédric Staudenmayer, der in seinem Restaurant Cédric in Weinstadt als noch junger Küchenchef überaus erfolgreich ist. So wird er nun mit gerade einmal Mitte zwanzig für seine regional-saisonal beeinflusste moderne Küche mit einem Stern ausgezeichnet.

15 Restaurants erhalten den Bib Gourmand neu

Vor zwei Wochen hat der Guide MICHELIN 15 Restaurants neu mit dem Bib Gourmand ausgezeichnet. Diese beliebte Auszeichnung geht an Restaurants mit einem besonders guten Preis-Leistungs-Verhältnis. Damit zählt der Guide MICHELIN nun 199 Restaurants mit dem Bib Gourmand. Diese genießen bei den Leser*innen des Restaurantführers hohes Ansehen, bieten sie doch Gerichte zu erschwinglichen Preisen, die keine Kompromisse bei der Qualität der Küche und der verarbeiteten Produkte machen.

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