Investmentfonds

Ziele der UN für nachhaltige Entwicklung bieten große Chancen für Anleger

Die Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung (UN Sustainable Development Goals, SDGs) stehen für eine Vision, wie die Welt bis 2030 aussehen könnte.

 

 

 

Daniel Roraty, Portfolio Manager, Sustainable Global Thematic Fonds bei AllianceBernstein

Auch Aktienanleger gehen vermehrt dazu über, ihre Entscheidungen an den Zielen der UN zu orientieren, denn mit sozial- und umweltpolitischen Projekten lassen sich Gewinne erwirtschaften – und dies mit dem Gefühl, zur gleichen Zeit etwas Gutes getan zu haben. Aber auch bei den SDGs hat die Medaille zwei Seiten. So wird von Kritikern bemängelt, dass einige der Ziele zu wenig fokussiert, zu vage formuliert oder kaum messbar oder verfolgbar wären. Andere Ziele werden als zu teuer gesehen oder sollen im Widerspruch untereinanderstehen. Und beim genaueren Hinsehen erweisen sich die Kritiken als zum Teil haltbar.

 

Sollten Investoren aufgrund dieser Bedenken haben und sich deshalb von diesen Zielen abwenden? Im Gegenteil, die SDGs können einen starken Rahmen für aktive Aktienanleger bilden, die sowohl robuste langfristige Anlageergebnisse erzielen als auch positiv auf die Gesellschaft einwirken wollen. Die SDGs stellen einen komplexen 15-Jahres-Plan dar, der wichtige Chancen für Unternehmen und attraktive, differenzierte Trends für Investoren aufzeigt.

Die Basisinfrastruktur bildet den Schlüsselbereich des Investitionsbedarfs. Hierzu gehören insbesondere in den Bereiche Verkehr, Energie und Telekommunikation. Die hier erwarteten Kosten für die Erreichung der SDGs sind enorm, was gleichzeitig aber auch große Chancen für involvierte Unternehmen bietet. Die Vereinten Nationen taxieren die jährlichen Kosten für die Einhaltung der SDGs weltweit bei 5 bis 7 Billionen US-Dollar. Die tatsächlich zur Verfügung gestellten Mittel liegen dagegen weit darunter, was zu einer jährlichen Differenz von rund 2,5 Billionen US-Dollar führt.

Private Anleger als Triebfeder

Dieser Sachverhalt macht es zwingend erforderlich, dass neben staatlichen Zuschüssen auch der Privatsektor und die Aktienanleger Teil der Lösung sein müssen. Es ist davon auszugehen, dass zahlreiche Regierungen dabei finanzielle oder regulatorische Anreize zur Förderung des privaten Sektors setzen werden. Selbstverständlich fordert im Umkehrschluss der Privatsektor fundierte Beweise dafür, dass solche Investitionen angemessene Erträge erzielen können. Und diese finden sich, unser Meinung nach, unter anderem in einer kürzlich durchgeführten Studie des Copenhagen Consensus Center, nach welcher eine gleichgewichtete Investition in alle 169 spezifischen , individuellen SDG-Ziele für jeden investierten US-Dollar einen Gewinn von 7 US-Dollar erzielen würde. Wenn man sich dabei nur auf die Ziele mit der höchsten erwarteten sozialen Strahlkraft konzentriert, könnte sich dieser Kapitalertrag sogar vervierfachen.

Aufgrund der Langfristigkeit der Ziele und der Investitionstätigkeit vieler Unternehmen in diesem Bereich kann ein Portfolios Anlegern ein großes Potenzial bieten. Unternehmen, die relevante Lösungen bieten, erkennen vielerorts die enorme Wachstumschance, da die SDGs Investitionen von 15 Milliarden US-Dollar über 15 Jahre erfordern. Unterstützt wird diese Einschätzung durch eine große Zahl wissenschaftlicher Studien, die belegen, dass Unternehmen mit positiver Umwelt- und Sozialpraxis geringere Finanzierungskosten, bessere Finanzergebnisse und eine bessere Marktperformance aufweisen.

Nachhaltigkeit prägt globales Bewusstsein

Trotz politischen Gegenwindes aus den USA sollte nicht vergessen werden, dass die Nachhaltigkeitsbewegung ein wachsendes globales Phänomen mit tief verwurzelter öffentlicher Unterstützung ist. Das zeigt sich alleine darin, dass das Spendenaufkommen für soziale und ökologische Zwecke in den letzten Jahren stark gestiegen ist. Darüber hinaus ist das weltweite Bewusstsein der Anleger über die Bedeutung der Nachhaltigkeit wesentlich angewachsen. Wirtschaftlich gesehen befinden sich erneuerbare Energien weiterhin ungebremst auf dem Vormarsch, auch dadurch, dass die Kosten für Wind- und Solarenergie konstant sinken.

AllianceBernstein hat mehr als ein Dutzend spezifische nachhaltige Anlagethemen identifiziert, die mit den SDGs und einem großen, vielfältigen Universum von Unternehmen in Einklang stehen, deren Geschäfte sich mit diesen Themen decken. Dabei stellt jedes separate Thema einen bedeutenden globalen Bedarf dar und bietet attraktive Wachstumschancen für innovative Unternehmen, um lukrative Erträge zu erzielen. Somit ist es Anlegern möglich, mit einem gezielten Portfolio von Unternehmen, die sich glaubhaft Nachhaltigkeitsthemen verschrieben haben, sowohl ihrem Geldbeutel als auch der Welt als Ganzes etwas Gutes zu tun.

(Daniel Roarty, AllianceBernstein)

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