Investmentfonds

Vermögensverwaltende Fonds – Entwicklung drittes Quartal

Vermögensverwaltende Fonds (VV-Fonds) versprechen in turbulenten Phasen wie der Corona-Krise durch ihr aktives Risikomanagement Verluste zu begrenzen, ohne dabei aber auf die Chancen eines Aufschwungs – wie im zweiten und dritten Quartal 2020 – zu verzichten

geralt / Pixabay

Aktives Management und die Diversifikation über mehrere Assetklassen sollen dafür sorgen, dass langfristig eine positive Rendite bei vermindertem Risiko für den Anleger erwirtschaftet wird. Wer dieses Versprechen im aktuellen Jahr halten konnte, zeigt die Auswertung der MMD Analyse & Advisory GmbH.

  • 75 Prozent aller VV-Fonds 2020 mit negativer Performance
  • VV-Fonds begrenzen das Risiko, können Verluste aber nicht verhindern
  • Weniger als 1% der VV-Fonds mit einem höheren maximalen Verlust als der MSCI World

Die Aktienmärkte konnten größtenteils an den positiven Verlauf des 2. Quartals anknüpfen. Während der Euro STOXX 50 Performance im dritten Quartal 2020 einen leichten Verlust von -0,83% hinnehmen musste, erzielte der DAX 3,65% und der MSCI World EUR GRTR 3,49%. Die defensiven Staatsanleihen, gemessen am deutschen Rentenindex REX P, konnten ebenfalls positiv mit 0,37% die vergangenen drei Monate abschließen. Damit beruhigte sich der bisherige turbulente Verlauf an den Aktienmärkten in 2020, die mit hohen Verlusten im ersten Quartal von bis zu -25,34% starteten und mit Gewinnen von bis zu 23,90% im zweiten Quartal wieder aufwerteten. Insgesamt reichten die positiven Entwicklungen im zweiten und dritten Quartal an den Aktienmärkten aber noch nicht aus, die Verluste aus dem Corona-Crash vollends aufzuholen. So steht der DAX per 30. September bei -3,69%, der Euro STOXX 50 Performance bei -13,11% und der MSCI World EUR GRTR bei -2,24%. Der REX P verzeichnete hingegen einen Gewinn in Höhe von 1,24%.

In diesem herausfordernden Marktumfeld mit rasanten Kursverlusten und -gewinnen gestaltete sich das Asset Management für VV-Fonds durchaus anspruchsvoll. Das galt vor allem für VV-Fonds mit einem höherem Aktienanteil, wie bei denen der offensiven und flexiblen Kategorie. Somit stellt sich vor allem die Frage, inwieweit VV-Fonds Verluste begrenzen konnten.

In den beobachteten MMD-Kategorien Defensiv, Ausgewogen, Offensiv und Flexibel verzeichneten seit Jahresbeginn ca. 75% aller VV-Fonds mit einem Volumen über 10 Millionen Euro ein negatives Ergebnis. Die meisten VV-Fonds konnten aber die maximalen Verluste (Maximum DrawDown (MDD)) in dem Beobachtungzeitraum begrenzen. Es gab zwar in der offensiven und flexiblen Kategorie Ausreißer, die schlechter abschnitten als der weltweite Aktienindex MSCI World mit einem maximalen Verlust von -33,73%. Dabei waren es jedoch nur 3 von 200 VV-Fonds bei der offensiven und 6 von 215 bei der flexiblen Kategorie. Bezogen auf die Gesamtanzahl der untersuchten VV-Fonds entspricht dies einem Anteil von weniger als einem Prozent. Der maximale Verlust stellt das schlechteste mögliche Ergebnis einer Investition in der betrachteten Periode dar. Dabei bemisst sich dieser vom Höchststand bis zum Tiefststand innerhalb der Periode.

Defensive VV-Fonds

Die VV-Fonds der defensiven Kategorie konnten die Verluste im bisherigen Jahr abfedern. 2020 liegen die Performancewerte durchschnittlich bei -2,11%, gemessen am MMD-Index Defensiv. Der FISCH Absolute Return Global Multi Asset Fund führt dabei die Bestenliste mit 6,86% an und erreichte dies bei einem maximalen Verlust in Höhe von -9,95%. Durchschnittlich liegt der maximale Verlust bei den defensiven VV-Fonds bei -11,45%. Die gute Leistung des FISCH Absolute Return Global Multi Asset Fund bestätigt sich auch im MMD-Ranking über 3 Jahre, wo der Fonds mit 5 Sternen zu den Top 20% der Peergroup gehört.

Ausgewogene VV-Fonds

Der MMD-Index Ausgewogen, der die Entwicklung der VV-Fonds in dieser Peergroup misst, verlor in den ersten neun Monaten -3,10%. Am besten kam der Calamos Global Convertible Fund mit 18,77%, gefolgt von dem PTAM Global Allocation Fonds mit 9,10% durch das bisherige Jahr. Im Hinblick auf das Risiko, liegt der Calamos Global Convertible Fund mit -17,95% knapp unterhalb des Durchschnitts in der ausgewogenen Kategorie (-17,22%).

Offensive VV-Fonds

Die offensiven VV-Fonds verloren im Zeitraum vom 31.12.19 bis 30.09.2020 durchschnittlich -3,99%. Damit weist die Kategorie die höchsten Verluste aus. Am besten kam die Allianz Global Investors GmbH mit dem Allianz Oriental Income (Platz 1), dem Allianz Income and Growth (Platz 5) und dem PremiumStars Chance Fonds (Platz 7) durch die bisherige Krise. Diese konnten Gewinne zwischen 14,40% und 6,21% erzielen. Sie erreichten dies aber mit überdurchschnittlich hohen maximalen Verlusten im Vergleich zur offensiven Kategorie. Ein besseres Chancen-Risiko-Verhältnis konnte der Value Opportunity Fund P aufweisen, der in den ersten drei Quartalen 7,52% hinzugewann bei einem maximalen Verlust von -12,65%.

Flexible VV-Fonds

Bei der flexiblen Kategorie sind die Performancewerte am weitesten gestreut. So beträgt der Abstand zwischen dem besten und schlechtesten Fonds im Betrachtungszeitraum fast 70 Prozentpunkte. Im Durchschnitt verloren flexible VV-Fonds in den ersten neun Monaten in 2020 -2,58%. Dabei erzielte der Multi Axxion Concept Fonds das beste Ergebnis in Höhe von 40,96%. Mit einem maximalen Verlust von -19,24% liegt der Fonds knapp oberhalb des Kategoriedurchschnitts (-19,86%). Ein ähnlich gutes Performanceergebnis erreicht der LuxTopic – Flex Fonds, welcher aber einen deutlich niedrigeren maximalen Verlust in dem Betrachtungszeitraum in Höhe von -6,25% verzeichnet.

Die Auswertung zeigt, dass sich das Verlustrisiko durch VV-Fonds verringern lässt. Alle Kategorien konnten die maximalen Verluste im Vergleich zu den großen Aktienindizes deutlich eingrenzen. Dennoch ist der Anleger auch bei defensiv ausgerichteten Produkten nicht vor Verlusten geschützt.

Für eine leistungsgerechte Bewertung des Fondsmanagers sollten die VV-Fonds im Detail und über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Dabei können in einem ersten Schritt quantitative Rankings – wie das MMD Ranking – helfen, eine entsprechende Vorauswahl zu treffen. „Bei dem MMD Ranking fließen neben den Performanceleistungen auch Risikokomponenten zu 50% mit in die Bewertung ein.“ erklärt Nicolai Bräutigam, Geschäftsführer der MMD Analyse & Advisory GmbH. „So kann mit einem Blick erfasst werden, welche VV-Fonds ein angemessenes Chance-Risiko-Profil aufweisen. Und vor allem kann man auch abgleichen, ob Kursgewinne, die kurzfristig erzielt wurden, auch auf lange Sicht bestätigt werden.“

(Asset Standard GmbH)

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