Investmentfonds

„Mein Ziel ist es, mehr Menschen für Sachwerte zu begeistern.“

Vor gut einem Jahr hat Kristina Salamon die Führung der Dr. Peters Group übernommen. Im Interview mit Mein Geld spricht die 32-jährige Gründerin über die Transformation der Investmentbranche, die Bedeutung digitaler Plattformen für den Vertrieb von Immobilienfonds und den ersten risikogemischten Hotelfonds der Dr. Peters Group.

 

Mit Ihnen ist nach rund sechs Jahren wieder ein Mitglied der Eigentümerfamilie an die Spitze der Dr. Peters Group gerückt. Wie fühlt es sich an, in die Fußstapfen Ihres Vaters zu treten?

Kristina Salamon: Mein Vater hat die Dr. Peters Group über viele Jahre hinweg mit einer starken Vision aufgebaut und zu einem der renommiertesten Anbieter für geschlossene Finanzprodukte entwickelt. Vor dieser Leistung habe ich großen Respekt. Ebenso vor dem unternehmerischen Mut meines Vaters. In diesem Geist will ich unser Unternehmen in die Zukunft führen und es dabei schneller, moderner und digitaler machen. Denn der Markt hat sich in den letzten Jahren massiv gewandelt. Vor allem die zunehmende Anzahl digitaler Selbstentscheider zeigt, dass traditionelle Geschäftsmodelle verändert werden müssen.

Was heißt das für die Dr. Peters Group?

Kristina Salamon: Auch Dr. Peters muss sich auf veränderte Wünsche und Erwartungen der Kunden einstellen und die digitalen Möglichkeiten ausschöpfen, um die richtigen Produkte und einen noch besseren Service anzubieten. Die dafür notwendige Transformation unseres Unternehmens – einhergehend mit einem Wandel unserer Kultur – habe ich schon als Gesellschafterin und Mitglied des Beirats initiiert. Ebenso wie den Aufbau einer Digitaleinheit. Nun treibe ich dies in neuer Funktion mit großem Elan weiter voran.

Welches Ziel verfolgen Sie mit der von Ihnen angestoßenen Transformation?

Kristina Salamon: Mein Ziel ist es, mehr Menschen für Sachwerte zu begeistern. Um dies zu erreichen, wollen wir Produkte entwickeln, die dem Zeitgeist entsprechen und die für unsere Kunden einen echten Mehrwert bieten. Das Potential, was wir dafür haben, ist ungemein groß. Daher bin ich zu 100 Prozent von der Dr. Peters Group überzeugt.

Woher kommt diese Überzeugung?

Kristina Salamon: Mich überzeugen vor allem die Menschen, die für Dr. Peters arbeiten. Zu sehen, mit wie viel Engagement sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter jeden Tag für unsere Kunden einsetzen, spornt auch mich enorm an. Hinzu kommt die steigende Nachfrage nach Alternativen zur klassischen Geldanlage. Gerade in der heutigen Zeit, die vom demografischen Wandel, den Diskussionen um Rentensicherheit und einer seit Jahren andauernden Niedrigzinsphase geprägt ist, zeigt sich, wie relevant unsere Arbeit ist. Mit den von uns angebotenen Sachwertbeteiligungen können wir Anleger unterstützen, ihr Kapital wertgenerierend zu investieren. Insbesondere im Bereich der Hotelimmobilen profitieren unsere Kunden von Marktbedingungen, die besser nicht sein könnten. Seit Jahren sehen wir kontinuierlich steigende Übernachtungszahlen. Trotz einer ebenfalls kontinuierlichen Erweiterung des Bettenangebots liegt die Kapazitätsentwicklung nach wie vor deutlich unterhalb der bestehenden Übernachtungsnachfrage. Zudem bieten sich durch den zunehmenden Wandel zu Markenhotels gute Gelegenheiten, familiengeführte Häuser zu übernehmen, für die sich keine Nachfolgeregelung finden lässt.

Zum Beispiel?

Kristina Salamon: Das von uns im August 2019 gekaufte Hotel in Ludwigshafen wurde mehrere Jahrzehnte sehr erfolgreich von der Eigentümerfamilie betrieben. Trotzdem wollte der Nachwuchs den Betrieb nicht weiterführen. So sind wir ins Spiel gekommen und haben zeitgleich zur Übernahme des Hotels einen neuen zwanzigjährigen Pachtvertrag mit einer Tochtergesellschaft der französischen Louvre Hotels Group geschlossen. Da wir so selbst einen Großteil der Wertschöpfung erbracht haben, lag der Einstiegspreis für dieses Hotel deutlich unter den üblichen Angeboten am Markt. Damit liefern wir einen echten Mehrwert für unsere Kunden.

Ihr Unternehmen strukturiert und platziert vollregulierte AIFs. Immer mehr Anleger entscheiden sich aber für alternative Strukturen – beispielsweise Nachrangdarlehen und Anleihen. Wie wollen Sie diese Anleger für die Dr. Peters Group gewinnen?

Kristina Salamon: Zum einen, indem wir zukünftig selbst entsprechende Produkte mit alternativen Strukturen anbieten. Ganz aktuell arbeiten wir am Erwerb einer KWG-32-Lizenz, damit wir beispielsweise eigene Anleihen emittieren können. Aber wir wollen nicht nur neue Produkte anbieten, um neue Anleger für uns zu gewinnen. Ungeachtet des Vormarsches alternativer Strukturen bin ich überzeugt, dass sich die Vorteile regulierter Produkte selbst bis zu den Fans des Crowdinvestings herumsprechen werden. Wir sehen schon heute, dass die Nachfrage nach alternativen Investmentfonds über die stationären Kanäle steigt und auch bei Anlegern, die aktuell nur per Crowdinvesting in Immobilien investieren, wächst das Interesse an länger laufenden Projekten mit stabilen Cashflows und Renditen. Insofern passen unsere Immobilien-AIFs sehr gut zu den Anforderungen von Crowdinvestoren. Daher wollen wir vor allem diese Kundengruppe für uns erschließen und hier die Vorteile unserer Produkte noch besser erklären.

Sind Sie deshalb bei zinsbaustein.de eingestiegen, einer digitalen Plattform für Immobilieninvestments?

Kristina Salamon: Ganz genau. Wobei uns diese Beteiligung nicht nur Zugang zu neuen Kundengruppen verschafft, sondern auch maßgeblich bei der Erweiterung unseres Produktportfolios helfen wird.

Sie sprechen von einer strategischen Partnerschaft und haben sich direkt im ersten Schritt mit 25,5 Prozent beteiligt. Hat das einen konkreten Grund?

Kristina Salamon: Mit dem Überschreiten der 25-Prozent-Schwelle setzen wir ein deutliches Zeichen: Wir wollen und werden uns aktiv an der strategischen Weiterentwicklung der digitalen Investmentplattform beteiligen und dafür unser Know-how und unsere Produkte einbringen. Die Dr. Peters Group verfügt über eine 40-jährige Expertise im Bereich Investments und Sachwertanlagen. Zudem haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter exzellentes Know-how in der Strukturierung Alternativer Investmentfonds sowie im Asset Management langlaufender Immobilien. Dieses Wissen wird vom zinsbaustein.de-Team sehr geschätzt. Ein weiterer entscheidender Vorteil entsteht durch unsere KVG-Lizenz sowie der Erweiterung des Produktportfolios durch die von Dr. Peters angebotenen, vollregulierten Alternativen Investmentfonds. Da diese nicht nur längere Laufzeiten haben als die bislang über zinsbaustein.de vertriebenen Nachrangdarlehen, sondern auch deutlich größere Volumina ermöglichen, beschleunigt dieser Schritt das weitere Wachstum der Plattform und bietet damit die Chance, dass zukünftig noch mehr Projekte durch die Dr. Peters Group und zinsbaustein.de finanziert werden können.

Welche Vorteile zieht die Dr. Peters Group aus der Kooperation?

Kristina Salamon: Wir profitieren enorm von der offenen und freien Denkweise des zinsbaustein.de-Teams, das sich im Sinne der Kundenzentrierung und des Kundenservices keinerlei gedankliche Grenzen setzt. Auch profitieren wir vom Know-how-Transfer, der durch die enge Kooperation entsteht – vor allem im Hinblick auf die Möglichkeiten, Menschen digital für Finanzanlagen zu begeistern. Dadurch, dass wir bereits in den vergangenen zwei Jahren die Digitalisierung der Dr. Peters Group mit großer Entschlossenheit vorangetrieben haben, können wir das neu gewonnene Wissen nun direkt in die Tat umsetzen. Insofern beschleunigt die Beteiligung an zinsbaustein.de unsere weitere Transformation.

Und was hat der Anleger davon?

Kristina Salamon: Zukünftig können Privatanleger, die nach Alternativen zur klassischen Geldanlage suchen, über nur eine Plattform aus einem breit gefächerten Portfolio an Immobilieninvestments auswählen – von Mezzanine-Darlehen bis hin zum vollregulierten Alternativen Investmentfonds. Dadurch erhalten noch mehr Anleger als bisher digitalen Zugang zu Investmentprodukten aus dem Immobilienbereich und können so von der positiven Entwicklung des Immobilienmarkts profitieren.

Wie stehen Ihre bisherigen Vertriebspartner zu Ihrem Vorhaben? Ernten Sie viel Kritik?

Kristina Salamon: Nein. Für viele Anleger, insbesondere für unsere Stammkundschaft, sind unsere Vertriebspartner nach wie vor die zentrale Anlaufstelle. Daher ist und bleibt der klassische Vertrieb eine wichtige Säule unseres Geschäfts. So wichtig, dass wir die Zusammenarbeit sowohl mit freien Vertrieben als auch mit Banken weiter ausbauen wollen.

Apropos Vertrieb: Was können wir in diesem Jahr von der Dr. Peters Group erwarten? Welche Produkte bringen Sie auf den Markt?

Kristina Salamon: Für das neue Jahr plant die Dr. Peters Group zum ersten Mal einen risikogemischten Publikums-AIF, mit dem sich unsere Anleger gleich an drei namhaften Businesshotels der 3- bis 4-Sterne-Kategorie beteiligen können. Die drei für den Fonds vorgesehenen Hotelimmobilien wurden bereits angekauft: das GHOTEL hotel & living in Bochum, das in Karlsruhe gelegenen Star Inn, by Comfort und das Tulip Inn Ludwigshafen City in Ludwigshafen. Hinzu kommen weitere geplante Produkte im Immobilienbereich, zu denen ich aber erst zu einem späteren Zeitpunkt in diesem Jahr weitere Angaben machen kann.

Wie wird sich Ihrer Einschätzung nach der Immobilienmarkt in diesem Jahr entwickeln?

Kristina Salamon: Ich bin überzeugt, dass die Immobilienkonjunktur in Deutschland stabil bleiben wird. Dazu trägt unter anderem das weiterhin anhaltend niedrige Zinsniveau bei. Auch im Vergleich zu anderen Anlageklassen ist und bleibt ein Immobilieninvestment unverändert attraktiv.

Trifft dies auch auf die von Ihnen angebotenen Hotelimmobilien zu?

Kristina Salamon: Ja, sogar besonders auf Hotelimmobilien. Die derzeitigen Finanzierungsbedingungen sind äußerst günstig und das in einem Markt, der bereits seit über zwei Dekaden strukturell wächst und nach vorne heraus unter anderem durch den boomenden Tourismus weiter steigen wird. Daher bietet kaum eine andere Nutzungsklasse so attraktive Renditen wie Hotels. Zumindest dann, wenn man auf die richtigen Standorte setzt. Der Investmentmarkt in A-Städten ist mittlerweile so gut wie leergefegt und die Einkaufspreise zu hoch. Das drückt auf die Rendite. Ganz anders sieht das in B- und C-Städten aus, die ungemein von der positiven Entwicklung des Hotelmarkts profitieren. Allein in Ludwigshafen ist zwischen 2014 und 2018 die Nachfrage nach Hotelübernachtungen um 53 Prozent gestiegen. Ebenso weisen Karlsruhe und Bochum steigende Übernachtungszahlen auf. Insofern sind wir überzeugt, dass unser erster risikogemischter Hotelfonds ein sehr attraktives Angebot für Anleger darstellt, die auf der Suche nach einer soliden Alternative zur klassischen Geldanlage sind – mit einer ausgewogenen Risikomischung und einer attraktiven Rendite.

Vielen Dank für das Gespräch.

(MG)

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