Dies geht aus dem aktuellen „Portfolio Portrait“-Bericht des Teams „Portfolio Construction and Strategy“ (PCS) von Janus Henderson hervor. Damit spiegelt sich ein allgemeiner Wandel im Anlegerverhalten wider, da Portfolios vor dem Hintergrund erhöhter makroökonomischer und geopolitischer Unsicherheit zielgerichteter zusammengestellt werden.
Der „Portfolio Portrait“-Bericht soll Finanzexperten dabei helfen, die Komplexität der Märkte zu entschlüsseln und Chancen für die Portfoliopositionierung zu erkennen. Er stützt sich dabei auf die Analyse von mehr als 30.000 Modellportfolios von 6.700 Kunden weltweit. Dabei werden aggregierte Daten aus 111 europäischen Modellportfolios (ohne Großbritannien) für den Sechsmonatszeitraum vom 1. September 2025 bis zum 28. Februar 2026 analysiert und mit dem vorangegangenen Zeitraum vom 1. März 2025 bis zum 31. August 2025 verglichen, wobei Erkenntnisse aus der Analyseplattform Janus Henderson Edge herangezogen werden. Die Analyse umfasst Portfolios mit unterschiedlichen Risikoprofilen und liefert einen umfassenden und repräsentativen Überblick über die Positionierung der Anleger in der gesamten Region.
In einem durchschnittlichen, moderat diversifizierten Portfolio machen Aktien mit 46,8 % nach wie vor den größten Anteil aus, gefolgt von festverzinslichen Wertpapieren mit rund 32,1 % und Multi-Asset-Strategien mit 19,3 %, was die anhaltende Bedeutung einer diversifizierten Portfoliozusammensetzung trotz der Verlagerung hin zu risikoärmeren Anlagen unterstreicht.
Aktien: Anleger reduzieren ihr Gesamtexposure und diversifizieren weltweit
Im Aktienbereich haben europäische Anleger ihr Gesamtexposure von rund 53 % auf 46,8 % gesenkt, um Volatilität zu begrenzen, während sie gleichzeitig ihr Engagement in Schwellenländern und den übrigen Industrieländern erhöhten. Dies spiegelt eine Verlagerung hin zu einer stärker diversifizierten geografischen Allokation wider, da die Anleger über die traditionellen Kernmärkte hinausblicken.
Obwohl US-Aktien und Large Caps weiterhin die größten Positionen in den Portfolios darstellen, haben europäische Anleger ihr Exposure in Regionen außerhalb der USA erhöht und ihre Anlagen über das gesamte Marktkapitalisierungsspektrum diversifiziert. Das Engagement in Schwellenländern und den übrigen Industrieländern stieg auf rund 28 %, während das Exposure in den USA im Vergleich zur vorherigen Positionierung von 50 % auf 43 % zurückging.
Auf Sektorebene stellt der Technologiesektor weiterhin die größte Allokation in den Portfolios dar, bleibt aber im Vergleich zu den Benchmarks am stärksten untergewichtet (um ca. 5,17 %), neben Untergewichtungen in den Sektoren Energie (2,27 %) und Kommunikationsdienstleistungen (1,68 %), während die größten Übergewichtungen in den Sektoren Industrie (5,72 %), Grundstoffe (3,09 %) und Gesundheitswesen (2,95 %) zu verzeichnen waren.
Fixed Income: Stabile Allokationen mit Fokus auf Ertrag und reduzierter Duration
Die Allokationen im Fixed-Income-Bereich blieben weitgehend stabil. Allerdings reduzierten die Anleger die Duration und steigerten die Erträge, da die Erwartungen hinsichtlich rascher Zinssenkungen zurückgingen und die Zinsen länger auf einem höheren Niveau blieben. Die durchschnittliche Portfolioduration sank von 3,38 Jahren im Vorzeitraum auf 2,32 Jahre im aktuellen Zeitraum, während die Erträge bis zur Fälligkeit leicht von 3,55 % auf etwa 4,00 % stiegen.
Die Portfolios entfernten sich weiterhin von traditionellen, benchmarkorientierten Exposure, da die Anleger zunehmend die Grenzen globaler Gesamtindizes erkannten. Innerhalb des Bereichs festverzinsliche Wertpapiere blieben die Allokationen diversifiziert: Staatsanleihen machten 17,3 % der Exposure aus (gegenüber 31,8 % zuvor), Unternehmensanleihen 38,7 % (gegenüber 43,0 %), während die Allokationen in Cash und Geldmarktpapieren auf rund 31,5 % stiegen.
Das Exposure in verbrieften Wertpapieren ging von zuvor 3,8 % auf 2,6 % zurück, blieb jedoch deutlich unter dem Benchmark-Exposure von 24,0 %. Der Anteil an Derivaten blieb mit 10,0 % gegenüber 9,6 % weitgehend unverändert.
Multi-Asset- und Alternatives: Volatilitätsmanagement durch Diversifizierung
Die Allokation in Multi-Asset-Strategien stieg von 14,6 % auf 19,3 %, um die Volatilität des Gesamtportfolios zu steuern. Das Exposure in Alternatives stieg ebenfalls leicht an, hauptsächlich finanziert durch Aktien, wobei die Allokationen auf etwa 1,8 % zunahmen.
Matthew Bullock, Head of Portfolio Construction and Strategy, EMEA & APAC bei Janus Henderson, kommentiert die Umfrageergebnisse: „Angesichts der zunehmenden Marktführerschaft werden Portfolios mit größerer Selektivität bei Aktien und einem gezielteren Ansatz beim Zinsrisiko verwaltet. Wir beobachten, dass europäische Anleger ihr Aktienexposure reduzieren, ihre Anlagen globaler diversifizieren und zunehmend Allokationsstrategien einsetzen, um Volatilität zu steuern und Marktunsicherheiten zu begegnen.“































