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Finanzmärkte ohne Bodenhaftung

• Aktienmärkte koppeln sich von Fundamentaldaten ab • Globale Geldpolitik hält Börsenzyklus künstlich am Leben • Aufgeblähte Notenbankbilanzen als neue Normalität

TBIT / Pixabay


Obwohl die Weltwirtschaft lahmt und die globalen Wachstumsperspektiven gedämpft sind, zeigen sich die Börsen seit Wochen erstaunlich robust. Was als eine bloße technische Gegenbewegung angefangen hat, mündete in einem der besten Jahresauftakte der Börsengeschichte, mit teilweise zweistelligen Renditen. Die treibende Kraft dahinter war einmal mehr die Notenbank der USA, die seit Jahresbeginn die Finanzmärkte regelmäßig anheizt. Nachdem die FED ihre Zinswende quasi in den „Stand By“-Modus versetzt hat, kündigte FED-Chef Jerome Powell zusätzlich an, die Bilanzreduktion im Jahresverlauf beenden zu wollen. Letzteres resultiert in einem geringeren Liquiditätsentzug im laufenden Jahr.

Wie sehr sich die Finanzmärkte bereits von den fundamentalen Daten abgekoppelt haben, zeigt ein Blick auf die globalen Langfristzinsen. Diese befinden sich in einem klaren Abwärtstrend und signalisieren damit schwache Erwartungen in Bezug auf Wachstum und Inflation. Diese Erwartungshaltung ist für sich genommen nicht vereinbar mit nachhaltig steigenden Aktienmärkten. Erklären lässt sich diese Divergenz zum Teil damit, dass die Märkte der US-Wirtschaft nach dem Ende der Haushaltssperre ein spürbares Nachholen des Wachstums zutrauen. Beim Handelsstreit zwischen den USA und China sowie dem BREXIT-Chaos wird wiederum auf einen für die Märkte freundlichen Ausgang spekuliert. Die Aktienmärkte hegen also überaus optimistische Erwartungen und könnten daher leicht negativ überrascht werden. Das Potenzial für Enttäuschungen ist eindeutig gestiegen.

„New Normal“ der globalen Geldpolitik

So sehr die geldpolitischen Manöver der letzten Monate die Finanzmärkte erfreut haben, so beunruhigend sind sie in der langfristigen Perspektive. Die FED schafft keinen ausreichenden Bilanzabbau, die Bilanz bleibt mit rund 17 Prozent des US-Bruttoinlandsproduktes relativ aufgebläht und deutlich über dem Vorkrisenniveau (6 Prozent des US-BIP). Auch die EZB und die japanische Notenbank denken nicht an eine Bilanznormalisierung. Im Gegenteil plant die EZB  sogar neue Liquiditätsspritzen (TLTROs), obwohl das Q.E.-Programm erst kürzlich beendet wurde. Der aggressive Einsatz der Notenbankbilanz war ursprünglich als temporäre Krisenmaßnahme gedacht, entwickelt sich jedoch zunehmend zur neuen Normalität. Da ein Großteil der Notenbankbilanzen auf Staatsanleihen entfällt, kommt es de facto zur Monetisierung von Staatsschulden. Kurzfristig können damit Krisenherde entschärft werden, langfristig droht jedoch die erhebliche Gefahr einer drastischen Geldentwertung.

(FERI Gruppe)

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