ETF / Zertifikate

Effektlose Imagepolitur

Viele Angebote des Offenen Immobilienfonds wurden im Verlauf der Finanzkrise zunächst für Ein- und Auszahlungen geschlossen, um dann später aufgelöst zu werden, was dem Sparer letztlich schadet. Das mehr und mehr negativ behaftet Image musste aufpoliert werden. Im September 2011 wurde aus diesem Grund von dem Dachverband BVI eine Schlichtungsstelle für die Beschwerden der Anleger eigerichtet. Jedoch konnten, laut Jahresbericht, nur 10% der Eingaben mit einem positiven Bescheid vermerkt werden. Diese Bilanz ist keine Ausnahme. Die Erfolgschancen sind im Allgemeinen gering, dass die Ombudsstellen für den Anleger entscheiden. Die Erfolgsquoten lagen im letzten Jahr nie über 25%. Dieser Maximalwert wurde nur von den privaten Banken erzielt. Im Vergleich waren bei den öffentlichen Banken unter 526 Eingaben nur neun erfolgreich. Zu betrachtet ist jedoch, dass bei diesen Umfrageinformationen bereits ein Vergleichsvorschlag als „positiv“ bewertet wurde, auch wenn dies für den Verbraucher nicht so ausfiel.

Nur weil einem Verbraucher Recht zu gesprochen wird, bedeutet das nicht, dass er dies als Gewinn verbuchen kann. Denn das gerügte Unternehmen ist nicht immer an das Urteil der Institution gebunden, so besteht die Möglichkeit der Ablehnung.

Der Verbraucherunmut wächst, da es schienbar nur um das Polieren des Images geht, weniger um Tatsachen. Das Problem entsteht im Ursprung, da die Schlichtungsstellen ausschließlich von der Branche selbst finanziert wird, weswegen eine weitere, vor allem unabhängige, Meinung eingeholt werden sollte. Die Verfahren der Schlichtungsstellen laufen schemagerecht ab: Ein Schreiben mit den wichtigsten Unterlagen als Abzüge wird an die Schlichtungsstelle gesendet, wo diese dann geprüft werden. Bei Zulässigkeit wird die Aufforderung zur Stellungnahme an das betroffene Unternehmen übermittelt. Anschließend kann es zu einer Einigung kommen, wenn nicht wird der Fall einer Ombudsperson, meist ein Juristen, präsentiert. Dieser kann einen Schiedsspruch fällen oder einen Vergleichsvorschlag unterbreiten. Der Kunde muss diese Entscheidung nicht annehmen, er kann auch dann noch vor Gericht gehen.

Einiges ist im Vorfeld zu betrachten, um die Chancen auf Erfolg einschätzen zu können. Zum einen darf noch kein Gericht zuvor entscheiden haben oder derzeit angerufen sein. Außerdem muss es bereits in ähnlichem Sachverhalt eine höchstrichterliche Entscheidung geben. Wichtig ist weiterhin die rechtzeitige Reaktion auf Nachfragen, genauso muss es sich um einen tatsächlichen Schlichter handeln, welcher auch für den entsprechenden Bereich zuständig ist. Viele Prozesse scheitern, weil kein Rechtsverstoß erkennbar ist. Die Versprechen der Vermittler auf höhere Erträge sind nicht rechtsverbindlich.

Problematisch sind daher die rechtlichen Grundlagen, durch welche die Verbraucher im Stich gelassen werden. Im Bereich der Offenen Immobilienfonds gilt eine Verjährungsfrist von 3 Jahren bezüglich eines Fehlverhaltens seitens der Anbieter, doch ein Großteil der inkriminierenden Verträge wurde weit vor der Finanzkrise abgeschlossen. So ersticken Hoffnungen schon im Keim.

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