Attraktiver Einstiegszeitpunkt für Aktien
Nach der Korrektur ist die Bewertungslücke von Aktien gegenüber Anleihen so hoch wie nie. Koen Maes, Leiter Asset-Allokation bei Dexia AM, sagt dazu: „Der aktuellen Stressphase, dem Grund für unsere zurzeit leichte Untergewichtung risikobehafteter Wertpapiere, dürfte in unserem Hauptszenario der Tiefpunkt der Risikobereitschaft folgen. Wir gehen aber keine zu offensiven Positionen ein, so lange nicht klar ist, dass in Europa wirklich tragfähige Lösungen gefunden werden“.
Dennoch bleiben die Bewertungen „sicherer“ Anlagen für die Investoren ein Risiko. Die Anleihen der Länder mit der höchsten Kreditqualität haben von einer Flucht in die Qualität profitiert. Ihre zurzeit sehr hohen Bewertungen sind in vielen Szenarien ein Risikofaktor. Wenn sich die Lage in Europa weiter verschlechtert, könnten die Risikoprämien von Ländern mit einer hervorragenden Kreditqualität wie Deutschland steigen. Das Land ist bereits jetzt von den Problemen der Peripherieländer betroffen. Im Rahmen von Target 2 haben deutsche Banken schon heute Forderungen von über 700 Milliarden Euro an die EZB. Hinzu kommt, dass eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik in den derzeitigen Renditen bereits weitgehend berücksichtigt ist. Die Renditen könnten also auch dann steigen, wenn sich die Konjunktur verbessert. „Insgesamt bleiben wir zurückhaltend und setzen auf Wachstum“ meint Maes. „Wir bevorzugen ausgewählte Aktien mit hohen Dividenden, die durch die niedrigen Zinsen attraktiver geworden sind. Positiv schätzen wir aber auch Wandelanleihen ein. Ihr Zinsvorsprung ist interessant, und sie partizipieren an einer möglichen Aktienmarkterholung. Außerdem sind sie attraktiv bewertet.“
Dexia AM stellt seinen Anlagestrategie-Ausblick für das zweite Halbjahr 2012 vor
Die Erholung nach den beiden Dreijahrestendern der Europäischen Zentralbank war nur von kurzer Dauer. Ein Quartal lang sind alle Assetklassen gestiegen – Aktien, Renten, Gold und Öl. Vor allem zu Jahresbeginn zeigten die Liquiditätsmaßnahmen ihre volle Wirkung, zumal auch die Konjunkturindikatoren ermutigend waren. Doch jetzt ist der Enthusiasmus vorbei. Die Notenbanken dehnen ihre Bilanzen nicht noch weiter aus, die Konjunkturdaten werden weltweit schwächer und die Einigkeit der europäischen Politiker scheint vorüber. Wird sich das letzte Jahr wiederholen?






























