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Demografischer Wandel in Asien: neue Herausforderungen und Chancen für Investoren

Ein Grund für das überdurchschnittliche Wachstum Asiens in den letzten 50 Jahren war die günstige demografische Entwicklung. In weiten Teilen der Region ist der demografische Wandel aber inzwischen abgeschlossen oder nähert sich seinem Ende. Damit wird die sich ändernde Altersstruktur Asiens zu einem immer wichtigeren Thema für Anleger. In der aktuellen Ausgabe der Invesco-Publikation Risk & Reward beleuchtet Annabel Betz, Client Portfolio Director, Invesco Asia-Pacific, die Herausforderungen und Chancen, die sich dadurch ergeben.

„In vielen Teilen Asiens dürfte die Bevölkerungsentwicklung das Wachstum bald nicht mehr positiv beeinflussen“, sagt Betz. „Andererseits bietet die veränderte Altersstruktur der Region auch zahlreiche interessante Anlagechancen.” Ihr Fazit: Da sich die verschiedenen Märkte der Region in unterschiedlichen Stadien des demografischen Wandels befinden, sollten Investoren die länder- und branchenspezifischen Risiken und Chancen genau analysieren.

Nach Angaben der Asian Development Bank hat der demografische Wandel das Wachstum des Pro-Kopf-Einkommens in weiten Teilen der Region im Zeitraum 1981-2010 maßgeblich beschleunigt. Inzwischen wächst die erwerbsfähige Bevölkerung jedoch nicht mehr so stark und die Lohnkosten beginnen vielerorts zu steigen. Daher geht die Bank davon aus, dass die demografische Dividende in Ländern wie China, Korea, Taiwan, Singapur und Hongkong in den kommenden Jahren verschwinden oder ins Negative drehen wird. Dagegen dürften Länder mit einer größeren jungen Bevölkerung wie Indien, Indonesien und die Philippinen auch in den nächsten Jahrzehnten noch von einer demografischen Dividende profitieren. „Die demografischen Faktoren erklären zum Teil, weshalb Südostasien in den letzten Jahren recht ansehnlich gewachsen ist“, meint Betz.

In Zukunft müssten allerdings selbst die relativ „jungen“ Volkswirtschaften ihre demografische Dividende verdienen – durch Maßnahmen zur Steigerung der Arbeitsproduktivität und durch Verbesserungen der Bildungsstandards und wirtschaftlichen Infrastruktur. Richtig aufgestellt könnten auch die rasch alternden Gesellschaften von der sogenannten „zweiten demografischen Dividende“ profitieren: Mit systematischen Maßnahmen zur Förderung der Ersparnisbildung in der Erwerbsphase, zur Steigerung der Produktivität und zur Anhebung des Rentenalters könnten sie die Voraussetzungen für ein langfristig hohes Wachstum schaffen, selbst wenn sich die Altersstruktur verschlechtert. „Länder mit einer höheren Erwerbsfähigenquote haben in der Regel auch eine höhere Sparquote. Es wird also mehr investiert“, so Betz.

Betz verweist auf eine Reihe interessanter Anlagechancen, die sich durch das veränderte demografische Profil der Region ergeben. Zum einen könnten Märkte, die nach wie vor von der ersten demografischen Dividende profitieren, in den nächsten Jahren zunehmend ins Blickfeld der Anleger rücken. Neben den Philippinen und den größeren ASEAN-Märkten könnten dazu auch Niedriglohnländer wie Bangladesch, Kambodscha und Myanmar gehören, die von Produktionsverlagerungen aus China profitieren. Auf Branchenebene sieht Betz zunehmend Anlagechancen in demografisch relevanten Sektoren wie Versicherungen und Gesundheit. Zugleich dürften Bildungsangebote, Freizeit- und Erholungsdienstleistungen einen Wachstumsschub erfahren, da Familien mehr Geld für die Ausbildung von weniger Kindern ausgeben und immer mehr Asiaten im Ruhestand ins Ausland reisen oder sich im Inland erholen. An den Kapitalmärkten könnte der gesellschaftliche Alterungsprozess zu einer zunehmenden Markttiefe führen, da die asiatischen Pensionskassen weiter wachsen und sich verstärkt auch über die Aktienmärkte finanzieren dürften.

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