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Nachhaltig in den Megatrend Medizintechnik investieren

Corona hat es erneut bewiesen: So schwer eine Krise ist, sie eröffnet auch Chancen – und sorgt für so manche Innovation. Noch niemals zuvor haben Wissenschaftler so schnell auf einen neuen Erreger reagiert und in so kurzer Zeit einen Impfstoff dagegen entwickelt. Die Gesundheitsbranche fällt durch ihre starke Dynamik auf.

Ganz gleich, was aktuell an Impfstoffen im Einsatz ist, stammt ausnahmslos aus privatwirtschaftlicher Forschung. Das unterstreicht die Leistungsfähigkeit der Unternehmen in der Branche und ist eine interessante Botschaft an Anlegerinnen und Anleger. Besonders deutlich macht das der Subsektor Medizintechnik, der sich wiederum in verschiedene Teilbereiche aufspaltet: Neben der Biotechnologie mit ihrer Genom- Forschung gehören dazu Life-Science- Produkte und -Dienstleistungen wie etwa die Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten, aber auch das Durchführen klinischer Tests. Medical Tech umfasst außerdem die Ausstattung von Arztpraxen und Krankenhäusern mit medizinischen Instrumenten und Geräten aller Art und Größe. Und schließlich geht es um Gesundheitstechnologie von der Telemedizin über Analysesensoren bis hin zur künstlichen Medizinintelligenz.

INNOVATIONEN AM FLIESSBAND …

Global betrachtet ist der Markt für Medizintechnik rund 500 Milliarden US-Dollar groß. Führend sind die USA und Europa, China wird in den nächsten Jahren aufholen. Der europäische Markt wurde 2020 auf etwa 140 Milliarden Euro geschätzt. Charakteristisch für Medical Tech ist der ständige Strom an Innovationen. Diese sind das Ergebnis eines hohen Forschungs- und Entwicklungsniveaus und einer engen Zusammenarbeit mit den Anwendern. Produkte haben in der Regel einen Lebenszyklus von nur 18 bis 24 Monaten, bevor ein verbessertes Produkt auf den Markt kommt.

Im Jahr 2020 wurden beim Europäischen Patentamt mehr als 14.200 Patente im Bereich der Medizintechnik angemeldet, was einem Anstieg um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Der Anteil der Medizintechnik an der Gesamtzahl der Anmeldungen beträgt acht Prozent und ist damit der höchste unter allen Sektoren in Europa. 38 Prozent der Patentanmeldungen stammen aus den 27 EU-Ländern, Großbritannien, Norwegen und der Schweiz, 62 Prozent aus anderen Ländern, wobei die USA mit knapp 40 Prozent davon am stärksten vertreten waren.

Die europäische Industrie für Medizintechnik beschäftigt direkt mehr als 760.000 Menschen, das sind etwa 0,3 Prozent der Gesamtbeschäftigung in Europa. In Deutschland ist die absolute Zahl der Beschäftigten am höchsten, pro Kopf der Bevölkerung liegen Irland und die Schweiz vorne. Arbeitsplätze im Bereich Medical Tech sind sehr produktiv, die Wertschöpfung wird auf 184.000 Euro pro Mitarbeiter geschätzt. Diese Indikatoren zeigen, welch wichtige wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung Medizintechnik hat. Für Investoren noch interessanter ist folgende
Zahl: Allein in Europa gibt es mehr als 33.000 Medizintechnikunternehmen, rund 95 Prozent davon sind kleine und mittlere Unternehmen.

… UND NACHHALTIG OBENDREIN

Wer sich als Anlegerin oder Anleger für Medizintechnik interessiert und von deren Zukunftsaussichten profitieren möchte, kann das zum Beispiel mit Hilfe des
ECPI-Global-ESG-Medical-Tech-Index tun. Dabei handelt es sich um einen gleich gewichteten Index, der Anlegern ein Engagement in börsennotierten Unternehmen aus globalen Industrieländern bietet, die in der Medizintechnik am aktivsten und noch dazu nachhaltig sind.

Ausgangpunkt für die Entwicklung der Benchmark ist das Global-Developed- Equity-Universum des Indexanbieters ECPI, das Unternehmen aus den vier eingangs skizzierten Medical-Tech-Bereichen – Biotechnologie, Life Science, medizinische Instrumente und Geräte sowie Gesundheitstechnologie – umfasst.

ECPI analysiert alle Aktien mit Hilfe seiner hauseigenen ESG-Rating-Methode und bewertet sie auf einer Skala von E- bis EEE. Unternehmen, die die Global-Compact-Vorgaben der Vereinten Nationen verletzen, erhalten ein negatives ESG-Rating von Fund bleiben außen vor.

In den Index werden außerdem keine Unternehmen aufgenommen, die an der Herstellung oder Verbreitung von Rüstungsgütern beteiligt sind, die mehr als fünf Prozent ihrer Einnahmen aus der Produktion und dem Vertrieb von Tabak und tabakhaltigen Erzeugnissen erzielen sowie Energieerzeuger, wenn ihre Einnahmen aus fossilen Brennstoffen wie Kohle, Öl und Gas stammen und dabei bestimmte Prozentsätze überschreiten.

Aktien, die diese Analyse überstehen, gelangen in das ESG-Medical-Technology- Universum von ECPI, sind damit aber noch nicht automatisch Teil des Global-ESG-Medical- Tech-Indexes. Voraussetzung dafür ist, dass die Unternehmen eine Marktkapitalisierung von mindestens 500 Millionen Euro und einen Streubesitz von wenigstens 20 Prozent aufweisen. Außerdem muss der durchschnittliche Handelswert der Aktie während der letzten sechs Monate mindestens fünf Millionen Euro täglich betragen haben.

Neben der Nachhaltigkeit legt ECPI großen Wert auf eine sektorale Diversifizierung des Indexes. Die Anzahl der Indexmitglieder, die einem der vier Bereiche angehören, ist proportional zur Anzahl der in Frage kommenden Aktien aus dem ursprünglichen Anlageuniversum, die diesem Bereich angehören. Und auch geografisch gibt es Beschränkungen: 25 Indexmitglieder sind an US-Börsen, 25 außerhalb der USA notiert, sodass sich der ECPI-Global-ESG-Medical- Tech-Index aus insgesamt 50 Aktien zusammensetzt. Zweimal pro Jahr – im Januar und Juli – erfolgt ein Rebalancing.

CLAUS HECHER

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Dieser Artikel stammt aus Mein Geld 01 | 2022

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