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Smart Beta ETFs: Ein Rezept für Risikomanagement


Patrick O’Connor, Head of Global ETFs, Franklin Templeton Investments

Patrick O’Connor

Head of Global ETFs,
Franklin Templeton Investments

ETFs haben sich etabliert und werden heute in vielen Varianten angeboten. Anbieter behaupten, dass ETFs, die nach Marktkapitalisierung gewichtete Indizes nachbilden, auf effiziente Weise ein breit angelegtes Engagement im Markt verschaffen können. Patrick O’Connor, Leiter der globalen ETFs, vertritt jedoch den Standpunkt, dass viele Anleger womöglich nicht genau verstehen, was sie mit diesen Anlageinstrumenten tatsächlich erhalten. Auf drei Risiken klassischer ETFs geht O‘Connor näher ein.

Risiken in Verbindung mit der Gewichtung

Das erste Risiko hängt mit der starken Gewichtung der größten Unternehmen zusammen, die in nach Kapitalisierung gewichteten Indizes enthalten ist. Diese Indizes gewichten Aktien auf der Basis der gesamten Marktkapitalisierung der einzelnen Titel. Daher entfällt der größte Anteil eines Index auf die Unternehmen mit den höchsten Aktienkursen.

So entfallen, gemessen an der Marktkapitalisierung, 26 Prozent des MSCI All Country World Index auf lediglich 2 Prozent der Indexbestandteile.1 Das ist viel, wenn man lediglich in 50 der 2501 Unternehmen anlegt, die den Index bilden.

Geografische Risiken

Ein Emerging Markets Index besteht aus Aktien aus 24 Schwellenmärkten auf der ganzen Welt. Wenn man sich die Basiswerte etwas näher anschaut, erkennt man, dass derzeit mehr als die Hälfte der Indexgewichtung auf Aktien aus lediglich drei Ländern entfällt – China, Taiwan und Südkorea – und dass alle drei Länder in Asien liegen. Wenn in einem dieser Länder eine Krise eintritt, dürfte eine große Anzahl Aktien darunter leiden und das Gesamtportfolio eines Anlegers würde vermutlich folgen.

Risiko in Verbindung mit einem einzigen Sektor

Was könnte passieren, wenn ein nach Kapitalisierung gewichteter Index in einem einzigen Sektor übergewichtet ist? Ein Beispiel: Anfang 2000 hatte sich der Anteil an den Allokationen im Technologiesektor auf nahezu 21 Prozent aufgebläht. Wir alle wissen, was danach geschah. Die Tech-Blase platzte und der Sektor verlor über 58 Prozent seines Wertes in nur zwei Jahren. Die Frage ist: Wie wirkte sich dies auf den Gesamtindex aus? Die Antwort lautet: Nicht wirklich gut. Da der Technologiesektor knapp 35 Prozent des Index ausmachte, zog die Implosion dieses Sektors die Performance des Gesamtindex nach unten. Als in den Jahren 2000-2001 die Tech-Blase platzte, erlitten Anleger in einem Portfolio, das den MSCI AC World nachbildete, einen Verlust von nahezu 27 Prozent.

Fazit: Anleger sollten auf Smart Beta ETFs setzen, denn diese Fonds beruhen auf einer regelbasierten Methode. Sie folgen im Voraus festgelegten Regeln für die Kriterien, nach denen eine Aktie in einen Index aufgenommen wird. Anders als bei nach Kapitalisierung gewichteten Indizes streben Smart-Beta-ETFs an, spezifische „Faktoren“ oder Marktineffizienzen bei der Anlage zu erfassen, was zu weniger Risiko im Portfolio führen kann. Smart-Beta-Portfolios können sich für Anleger eignen, die Alternativen zu traditionellen, nach Marktkapitalisierung gewichteten Indizes, wünschen.

Patrick O’Connor, Head of Global ETFs, Franklin Templeton Investments


1| FactSet, MSCI, Stand: 31. Dezember 2016 Indizes werden nicht gemanagt. Es ist nicht möglich, direkt in einen Index zu investieren. Gebühren, Kosten oder Ausgabeaufschläge sind in den Indizes nicht berücksichtigt. Weitere Informationen zu Datenanbietern finden Sie unter www.franklintempletondatasources.com.

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Dieser Artikel stammt aus Mein Geld 03 | 2018

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