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Der Trend zu nachhaltigen ETFs hält an

Nachhaltige Aktienindizes kommen besser durch die Krise

Nachhaltigkeit, Sustainability

 

Börsennotierte Indexfonds sind keine Magier und daher ist es nur logisch, dass auch ETFs im Wert fallen, wenn die Märkte einbrechen. Interessant ist festzustellen, wie unterschiedlich das Ergebnis für Standardindizes und nachhaltige Indizes an den weltweiten Aktienmärkten ausfällt.

Die Corona-Krise brachte der erfolgverwöhnten ETF-Branche Rekordabflüsse. Gemäß dem Analysehaus Morningstar gaben im ersten Quartal 2020 Aktien-ETFs absolut gesehen mit 13,1 Milliarden Euro am meisten ab, dicht gefolgt von Anleihe-ETFs, die Mittelabflüsse in Höhe von 13 Milliarden Euro sahen.

Nachhaltige Aktien-ETFs auf globale und regionale Indizes haben sich längst etabliert und konnten bei allen Anbietern trotz der jüngsten Krise an den Aktienmärkten im ersten Quartal 2020 mehr als 6,2 Milliarden Euro Nettomittelzuflüsse verbuchen (Quelle: Bloomberg) und haben die negative Bilanz aller Aktien-ETFs abgemildert.

Die von BNP Paribas Easy ETF abgebildeten MSCI SRI S-Series 5 % Capped-Indizes konnten im ersten Quartal 2020 für die entwickelten Märkte geringere Wertverluste im Vergleich zum jeweiligen Standardindex ausweisen (siehe Tabelle).

Die Auswahl erfolgt nach der Methodik von MSCI. Das SRI-Indexkonzept1 schließt im ersten Schritt grundsätzlich Unternehmen aus dem Investmentuniversum aus, die in den umstrittenen Geschäftsfeldern Alkohol, Glücksspiel, Tabak, Rüstung, Feuerwaffen, Pornografie, gentechnisch veränderte Organismen und Kernenergie aktiv sind. Im zweiten Schritt werden nach einem Best-in-Class-Ansatz alle Gesellschaften
ergänzt, die hinsichtlich ihres ESG-Ratings (mindestens „BB“ auf einer siebenstufigen Skala zwischen „AAA“ und „CCC“), ihrer Sektorzugehörigkeit und Unternehmensgröße geeignet sind.
Somit sollen materielle ESG-Risiken reduziert und Chancen identifiziert werden. Dieselgate und Deepwater Horizon gelten als Lackmustest für ESG-Ratings. VW und BP waren bereits vor den kontroversen Vorfällen nicht in den entsprechenden MSCI-Indizes vertreten oder hatten ein niedrieges ESG-Rating.

Das ESG-Rating fokussiert sich auf die Identifikation und Bewertung der Chancen und Risiken eines Unternehmens, die für den Geschäftserfolg von wesentlicher, also materieller Relevanz sind. Daher hat MSCI für jede der 171 beobachteten Industrien eigene Themenkataloge entwickelt. Erfahrungsgemäß sind lediglich drei bis sieben Themen in einer Branche tatsächlich von materieller Bedeutung. Diese werden sehr tiefgehend analysiert, um im Anschluss zu bestimmen, mit welchem Gewicht diese in das ESG-Rating einfließen.

Hierzu werden die potenziellen Auswirkungen des Themas auf Umwelt und Gesellschaft sowie die zeitliche Relevanz des Themas analysiert Wichtig dabei ist: Nachhaltigkeitsthemen und Trends ändern sich. Daher werden die Themenkataloge mindestens einmal pro Jahr auf ihre Gültigkeit überprüft.

Schließlich gelten Mindeststandards hinsichtlich der vom Kontroversen-Research vergebenen Punktzahlen bei der Analyse und Überwachung von Kontroversen wie Verstöße gegen internationale Normen von United Nations und relevanten Nichtregierungsorganisationen. Ziel ist die Minimierung von Reputationsrisiken. Themen sind dabei Umwelt, Menschenrechte, Arbeitnehmerrechte, Lieferketten sowie die Unternehmensführung.

BNP Paribas Easy bildet bei den SRI Aktien-ETFs eine Indexvariante mit einer Gewichtungsobergrenze in Höhe von fünf Prozent pro Titel ab, um eine Konzentration des Indexportfolios zugunsten von Aktien mit der höchsten Marktkapitalisierung zu vermeiden. Der Zusatz „S-Series“ steht für strengere Umsatzgrenzen bei Ausschlüssen von Unternehmen, deren Tätigkeit unmittelbar mit fossilen Brennstoffen in Zusammenhang steht. Dies betrifft sowohl die Suche nach fossilen Energieträgern, deren Gewinnung, Verarbeitung, Transport und Lagerung als auch die Erzeugung von Strom aus solchen Rohstoffen.
Für den Sektor Kernenergie gelten strengere Umsatzhöchstgrenzen.

(CLAUS HECHER)

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Dieser Artikel stammt aus Mein Geld 03 | 2020

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