Daher dürften besonders die Kernrate ohne Energie und Nahrungsmittel sowie die Entwicklung der Dienstleistungspreise genau beobachtet werden.
Zwar ist der Brent-Future im Mai zweistellig gefallen, doch viele Inflationseffekte wirken zeitverzögert nach. Die Börsen reagieren auf geopolitische Entwicklungen oft innerhalb von Sekunden, während Verbraucher die Entlastung durch niedrigere Energiepreise wegen langfristiger Verträge und verzögerter Lieferketten häufig erst Monate später spüren.
Solange die Nachfrage stabil bleibt, könnten viele Unternehmen die gesunkenen Rohstoffpreise zunächst nutzen, um ihre zuletzt stark belasteten Margen zu verbessern, anstatt die niedrigeren Kosten direkt an Verbraucher weiterzugeben. Genau dieses Verhalten dürfte der EZB große Sorgen bereiten.
Je stärker die Kernrate steigt, desto größer dürfte auch das Spannungsfeld am Aktienmarkt werden. Der DAX könnte dann volatiler reagieren. Gleichzeitig bleibt die Hoffnung auf eine geopolitische Entspannung im Nahen Osten ein wichtiger Faktor. Ein Friedensdeal oder eine nachhaltige Deeskalation würde die Energiepreise entlasten und das globale Wachstumsszenario deutlich aufhellen. Anleger dürften nur über kurzfristig höhere Inflationsdaten hinwegsehen, solange sich die wirtschaftlichen Aussichten verbessern.































