Ein Satz mit Folgen: „Das passiert mir nicht“
Besonders auffällig ist das Maß der Selbstüberschätzung bei den 18- bis 29-Jährigen: Ein Drittel (33 Prozent) dieser Altersgruppe ist überzeugt, selbst nicht Opfer von Onlinebetrug zu werden, der höchste Wert aller Altersgruppen. Mit zunehmendem Alter sinkt dieses Selbstvertrauen deutlich. Bei den 30- bis 39-Jährigen sind es 22 Prozent, bei den über 60-Jährigen nur noch 16 Prozent. Gleichzeitig glaubt rund die Hälfte (48 Prozent) der Generation Z, Onlinebetrug treffe vor allem Menschen mit wenig Interneterfahrung. Wer mit dem Internet aufgewachsen ist, wähnt sich offenbar in Sicherheit.
Dabei stimmen drei Viertel (74 Prozent) aller Befragten der These zu, dass grundsätzlich jede(r) Opfer von Onlinebetrug werden kann – unter den jungen Erwachsenen sind es sogar acht von zehn (77 Prozent). Gesellschaftliches Bewusstsein und persönliche Risikowahrnehmung klaffen damit weit auseinander. Diese Lücke ist gefährlich, denn wer sich für „unverwundbar“ hält, klickt sorgloser, prüft weniger und fällt leichter auf Betrugsmaschen herein. Das bestätigt auch Kriminaldirektor Harald Schmidt von der Stiftung Deutsches Forum für Kriminalprävention: „Gerade ,Digital Natives‘, die mit dem Internet aufgewachsen sind, unterschätzen das Risiko. Doch Betrügerinnen und Betrüger zielen nicht auf Unwissenheit – sie zielen auf Unaufmerksamkeit. Und die entsteht oft durch zu viel Selbstvertrauen.“
Victim Blaming: „Wer anbeißt, ist selbst schuld“
Viele würden sich schämen
Betrug passiert – auch im eigenen Umfeld
Onlinebetrug ist kein abstraktes Risiko. Mehr als ein Drittel (36 Prozent) der Befragten war selbst schon mindestens einmal betroffen oder kennt jemanden im persönlichen Umfeld, dem das passiert ist. Unter denjenigen, die angaben, selbst von Onlinebetrug betroffen gewesen zu sein, reagierten die meisten: Zwei Drittel (67 Prozent) meldeten den Vorfall ihrer Bank oder ihrem Zahlungsdienstleister, über die Hälfte (53 Prozent) erstattete Anzeige bei der Polizei, 45 Prozent sprachen mit Freunden oder der Familie darüber und warnten sie. Nur drei Prozent unternahmen nichts. Dennoch klafft zwischen Absicht und Handlung eine Lücke: Im hypothetischen Ernstfall würden 79 Prozent der Befragten den Kontakt zur Polizei suchen – tatsächlich taten dies nur 53 Prozent der Betroffenen. Immerhin: Acht von zehn (78 Prozent) geben an, bereits beim Versuch eines Betrugs oder ab dem ersten Euro Schaden Anzeige zu erstatten.
Jetzt handeln: „Machen wir Phishen Impossible!“
Die Befragungsergebnisse machen deutlich, wo die Sensibilisierungskampagne „Machen wir Phishen Impossible!“ ansetzt. Dazu Harald Schmidt: „Das Wissen um die Gefahr ist da – aber die persönliche Betroffenheit wird unterschätzt, gerade bei jungen Menschen. Genau diese Lücke adressiert die Kampagne ,Machen wir Phishen Impossible!‘. Es geht nicht darum, Angst zu erzeugen, sondern konkret und ohne Schamgefühl handlungsfähig zu machen.“ Seit dem 10. Oktober läuft die Initiative unter der gemeinsamen Schirmherrschaft der Deutschen Bundesbank und des Bundesministeriums der Finanzen. Sie richtet sich an Menschen aller Altersgruppen und zielt darauf ab, das Bewusstsein für Zahlungsbetrug zu schärfen und den Selbstschutz zu stärken. In sozialen Medien und auf der Website www.phishen-impossible.de finden sich Informationen über moderne Betrugsmaschen und konkrete Handlungsempfehlungen – auch für den Fall, dass ein Betrugsversuch erfolgreich war.
1 infas quo im Auftrag der EURO Kartensysteme GmbH: Umfrage Onlinebetrug und Phishing, September 2026, 1.163 Befragte






























