Allgemein

Renaissance der Atomenergie?

Während zehn Jahre nach Fukushima die Atomenergie in Deutschland wohl endgültig Geschichte ist, erlebt sie anderswo  eine Renaissance.

Vor zehn Jahren beschloss Deutschland nach dem Reaktorunglück von Fukushima am 11. März 2011 den Atomausstieg. Die Bundesregierung reagierte damals mit einer radikalen Kehrtwende der deutschen Energiepolitik. Wurde ein halbes Jahr zuvor noch eine Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke beschlossen, wurde nun beinahe ansatzlos das schnelle Ende der Atomenergie verkündet. Andere Länder wie Belgien, Italien oder Spanien machten ebenfalls Schluss mit der umstrittenen Atomkraft – Japan im Übrigen nicht. Und nun scheint sie sich sogar einer neuen Beliebtheit zu erfreuen.

Auf dem Weg zur Klimaneutralität möchte etwa der US-Präsident Joe Biden die Entwicklung neuer Atomenergie vorantreiben – bereits derzeit stehen 94 der gut 400 aktiven Kernkraftwerke in den Vereinigten Staaten. Russland wiederum exportiert seine Atom-Technologie in Länder wie die Türkei, aber auch in zahlreiche Dritte-Welt-Staaten. Auf europäischer Ebene sieht das sogenannte „Clean Energy Package“ der Europäischen Kommission Laufzeitverlängerungen vor sowie den Neubau von 100 Atomkraftwerken bis 2050. So will allein Polen sechs neue Atomanlagen errichten und die Niederlande planen wohl den Ausstieg aus dem Atomausstieg. Auch der Weltklimarat bringt die CO2-arme Atomkraft wieder ins Spiel, um den Kampf gegen den Klimawandel zu gewinnen. Selbst die Klimaaktivistin Greta Thunberg hat die Atomenergie bereits als neue Kohlenstoff-freie Energielösung propagiert. Auch wenn sie, wie sie sagt, persönlich gegen Kernenergie sei. Weltweit sind derzeit – und das häufig schon seit Jahren – etwa 50 neue Kernkraftwerke in Bau. Möglich ist dies jedoch nur dank milliardenschwerer staatlicher Subventionen. Auch der zukünftige massenhafte Einsatz von sogenannten Mini-Atomkraftwerken geistert immer wieder durch die Landschaft.

Aus Sicht der deutschen Kraftwerksbetreiber, die inzwischen viel in erneuerbare Energie investiert haben, ist das Thema Atomenergie jedoch durch – nicht zuletzt aus wirtschaftlichen Gründen. Eine Kilowattstunde Strom aus einem Kernkraftwerk kostet nicht zuletzt wegen der immensen Baukosten dreimal soviel wie aus Windkraft oder Solaranlagen. Auch andere Länder haben dies inzwischen wohl erkannt. So will China, dass in der Vergangenheit führend beim Neubau von Kernkraftwerken war, zukünftig ebenfalls verstärkt auf erneuerbare Energien setzen. Ein „echtes“ Revival der Atomenergie ist also zumindest unsicher.

uwelehmann/surpress

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