Wero weitgehend unbekannt
Digitaler Euro: Wenige wollen ihn nutzen
Deutschland sieht sich beim digitalen Bezahlen abgehängt
Beim bargeldlosen Bezahlen spielt Deutschland nach Einschätzung der Befragten nicht in der europäischen Spitzengruppe: Nur fünf Prozent halten das Land beim bargeldlosen Bezahlen für führend in Europa. Vier von zehn (41 Prozent) meinen, andere europäische Länder seien deutlich weiter vorn, drei von zehn (29 Prozent) sehen sie zumindest etwas voraus. Besonders kritisch fällt das Urteil zu Deutschlands Position bei denjenigen aus, die selbst bevorzugt mit Karte oder Smartphone zahlen: Circa die Hälfte der Befragten (48 bzw. 49 Prozent) sieht Deutschland klar abgehängt. Ob sich darin persönliche Erfahrungen mit der Akzeptanz bargeldloser Zahlungen im Alltag widerspiegeln, lässt die Umfrage offen.
girocard auch digital am weitesten verbreitet
Während neue Bezahllösungen noch um Aufmerksamkeit werben müssen, hat sich die Debitkarte der Deutschen Kreditwirtschaft, die girocard, längst etabliert. 98 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren besitzen eine girocard oder eine andere Debitkarte – die Verbreitung reicht damit nahezu lückenlos über alle Einkommens- und Altersgruppen hinweg. Über eine Kreditkarte verfügen nach eigenen Angaben 57 Prozent der Befragten. Beim Kartenbesitz zeigt sich ein deutlicher Einkommenseffekt: In Haushalten mit einem monatlichen Nettoeinkommen unter 2.000 Euro besitzen lediglich 32 Prozent eine Kreditkarte, in Haushalten ab 4.000 Euro sind es 71 Prozent.
Auch beim mobilen Bezahlen hat die girocard eine führende Rolle. Unter denjenigen, die bereits mit einem Smartphone oder einer Smartwatch gezahlt haben, haben drei Viertel (74 Prozent) ihre girocard hinterlegt. Eine digitale Kreditkarte nutzen 33 Prozent, eine andere Debitkarte haben zehn Prozent mit Smartphone oder Smartwatch verknüpft.
Bezahlen in fünf Jahren: Karte weiter vorn
Welche Zahlungsmittel werden die Menschen in fünf Jahren häufig nutzen? Die Antworten zeichnen ein eindeutiges Bild: Die deutliche Mehrheit (78 Prozent) erwartet, häufig per Karte zu zahlen – mit großem Abstand vor allen anderen Optionen. Bargeld folgt mit 55 Prozent, das Smartphone liegt mit 49 Prozent auf dem dritten Platz. Auf andere Zahlungslösungen wie Wero will jede:r Vierte setzen (39 Prozent). Den digitalen Euro sehen nur zwölf Prozent als Zahlungsmittel, das sie in fünf Jahren häufig nutzen werden. Krypto- oder Digitalwährungen wie Bitcoin benennen die wenigsten Befragten (vier Prozent) als ihr Zahlungsmittel der Zukunft.
Ingo Limburg, Vorsitzender der Initiative Deutsche Zahlungssysteme e.V., ordnet die Ergebnisse ein: „Die Zahlen belegen, dass Verbraucherinnen und Verbraucher beim Bezahlen vor allem eines suchen: Verlässlichkeit und Stabilität. Neue europäische Bezahlwege können künftig eine wichtige Rolle spielen, doch das Vertrauen der Verbraucher und Verbraucherinnen müssen sich Wero und der digitale Euro erst erarbeiten. Die girocard zeigt, wie es geht: durch jahrzehntelange Präsenz, nahezu lückenlose Akzeptanz und ein hohes Sicherheitsniveau. Das ist der Maßstab, an dem sich neue Systeme messen lassen müssen.“






























