In den letzten drei Monaten haben die Aktienmärkte den insgesamt positiven Trend des gesamten Jahres beibehalten. Unterstützt wurde dies durch die schrittweise Normalisierung der Geldpolitik, das robuste Wachstum und eine breitere Basis von Performance-Treibern, die über große US-Wachstumsaktien hinausgeht.
Im Laufe des Jahres 2025 erzielten die europäischen Märkte eine Performance von 20 %[1] in Euro (36 % in US-Dollar). Dies war auf eine kräftige Erholung bei zyklischen und Value-Aktien zurückzuführen – insbesondere bei Finanz-, Industrie- und Verteidigungsaktien. In den letzten drei Monaten zeigten die Märkte[2] eine solide Performance, vor dem Hintergrund sinkender Inflation und größerer Transparenz hinsichtlich der weiteren geldpolitischen Ausrichtung der EZB. Europäische Unternehmen profitierten von zwei Faktoren: (i) im Vergleich zu den USA weiterhin attraktive Bewertungen und (ii) die Erwartung anhaltend niedriger Zinsen im Jahr 2026. Dadurch konnte Europa trotz eines nach wie vor heterogenen makroökonomischen Umfelds zum Jahresende erneut eine Outperformance erzielen.
Die Bewertung europäischer Small- und Mid-Cap-Unternehmen bleibt attraktiv. Die Erholung könnte durch Konjunkturpakete und das Thema Verteidigung und Staatssouveränität begünstigt werden. Dabei stellt sich eine zentrale Frage: Wann wird diese Neubewertung erfolgen?
In den USA zeigen sich Wirtschaft und Verbraucher robust. Wir beobachten weiterhin eine hohe Konzentration in den Indizes, insbesondere im S&P 500, wo die „Magnificent 7“ fast ein Viertel des Indexgewichts ausmachen. Im Vergleich zu den Vorjahren[3] war die Outperformance dieser sieben Aktien gegenüber dem Rest des Marktes moderater und differenzierter. Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ist nach wie vor präsent, aber der Markt diversifiziert sich als Reaktion auf Fragen zur Rendite der angekündigten massiven Investitionen. Auch das Interesse an US-Aktien mit mittlerer Marktkapitalisierung ist wieder gestiegen. Der Referenzindex Russell 2000 beispielsweise hat sich seit Anfang 2026 überdurchschnittlich entwickelt.
Bei den Schwellenländern war das Jahresende von einem selektiven Ansatz geprägt, insbesondere im Technologiesektor. Wir sehen Asien in diesem dynamischen Umfeld weiterhin positiv. In Japan befindet sich die Wirtschaft seit mehreren Monaten auf solidem Wachstumskurs, dennoch bleiben wir gegenüber dieser Region neutral und bevorzugen andere Regionen. Wir können China zwar keine dramatische Verbesserung attestieren, doch scheint sich die Lage zu stabilisieren. Dies spiegelt sich in der starken Performance der chinesischen Aktienmärkte wider.
Bei unserer Asset-Allokation sehen wir Aktien weiterhin grundsätzlich positiv. Allerdings bestehen nach wie vor einige komplexe Einflussfaktoren:
- Als Beleg, dass KI keine Blase ist, muss jeder Sektor bzw. jedes Unternehmen aufzeigen, welche Produktivitätssteigerungen bis wann erzielt werden sollen.
- Das geopolitische Risiko wird mindestens bis zu den US-Zwischenwahlen bestehen bleiben.
Insgesamt sind wir für die kommenden Monate recht zuversichtlich. Die Berichtssaison dürfte die Gewinnerwartungen bestätigen und den Kurs für die Zukunft vorgeben. Wir beobachten natürlich weiterhin aufmerksam alle Veränderungen bei den Zinsen und geopolitischen Entwicklungen.
































