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apoBank: Eskalation im Mittleren Osten belastet die Weltwirtschaft

Die jüngste militärische Eskalation im Mittleren Osten sorgt an den internationalen Finanzmärkten für erhöhte Nervosität. Während Öl- und Goldpreise deutlich anziehen, reagieren Aktien- und Rentenmärkte bislang vergleichsweise verhalten

Wie die weitere Entwicklung einzuordnen ist und welche Auswirkungen auf Wirtschaft und Kapitalmärkte zu erwarten sind, erläutert der Chief Investment Officer der apoBank, Reinhard Pfingsten:

„Für die Weltwirtschaft und die Märkte ist entscheidend, wie lange der Krieg und ob die Blockade der Straße von Hormus anhält.
Wenn der Konflikt nur wenige Wochen dauert, dann sind die Auswirkungen moderat.
Blaupause für dieses Szenario ist der 12-Tage-Krieg im Juni 2025, in dessen Rahmen die USA und Israel das iranische Atomprogramm ins Fadenkreuz nahmen.
Anders sieht es allerdings aus, wenn sich der Krieg über mehrere Monate hinzieht.
In diesem Fall könnte die Inflation spürbar anziehen und auch das globale Wirtschaftswachstum belastet werden.
Für einen längeren Konflikt spricht allerdings das Kriegsziel der USA, das iranische Mullah-Regime zu stürzen.
Weil das Regime ideologisch gefestigt und personell gut aufgestellt ist, dürfte es selbst nach dem Tod ranghoher Funktionäre nicht einfach zusammenbrechen.
In diesem Fall könnte die Straße von Hormus längerfristig unpassierbar bleiben.
Das hätte deutliche Preissteigerungen beim Öl zur Folge und würde die globale Konjunktur dämpfen.
Solange der Konflikt keine langfristigen Auswirkungen auf das globale Ölangebot und damit auf das weltweite Wachstum entfaltet, erwarten wir aber keine nachhaltigen Verwerfungen an den Finanzmärkten.
Gleichwohl führt der jüngste Anstieg des geopolitischen Risikos dazu, dass wir damit vorerst an unserer im Vergleich zu den Vorwochen vorsichtiger ausgerichteten Positionierung festhalten:
Wir bleiben damit insgesamt neutral in Aktien gewichtet und sowohl in europäischen als auch in US-Titeln untergewichtet.
In den Schwellenländern setzen wir unser Übergewicht fort.
Auf der Rentenseite bleiben wir in Japan untergewichtet und in den Schwellenländern übergewichtet.
Darüber hinaus favorisieren wir weiterhin Gold und nutzen seine Funktion als stabilisierender sicherer Hafen.“

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