Die Frühindikatoren der OECD signalisierten weiterhin Stärke – auch in vielen Schwellenländern außerhalb Chinas, was die Nachhaltigkeit des anhaltenden globalen Aufschwungs unterstreiche. Die Weltbank schätze das BIP-Wachstum der Emerging Markets für 2025 auf 4,2 Prozent und für 2026 auf vier Prozent.
„Unternehmen aus Schwellenländern haben eine beeindruckende Widerstandsfähigkeit bei der Absorption geopolitischer Schocks bewiesen, ihre fundamentale Kreditqualität befindet sich im Aufwärtstrend“, schreibt Evariste Verchere, Head of Public Debt Portfolio Management bei BlueOrchard. Der Experte verweist darauf, dass 2026 voraussichtlich das zweite Jahr in Folge sein wird, in dem die Kreditratings von Firmen aus Emerging Markets per Saldo steigen. „Dies spiegelt eine anhaltende Verbesserung der Bilanzstärke und eine disziplinierte Finanzpolitik der Unternehmen wider.“
Daher lohnt nach Ansicht von BlueOrchard ein genauerer Blick auf dieses Anlagesegment. Zwar haben die Verbesserungen der Fundamentaldaten zu engeren Spreads für Unternehmensanleihen aus Schwellenländern geführt. „Diese liegen jedoch weiterhin über denen ihrer Pendants aus Industrieländern“, heißt es in dem Kommentar. „Auch die Renditen bleiben aufgrund der anhaltend hohen risikofreien Zinsen attraktiv.“
Zudem seien die technischen Rahmenbedingungen günstig. Das Netto-Neuemissionsvolumen von Corporate Bonds aus Emerging Markets, die auf Hartwährungen lauten, dürfte begrenzt bleiben. Verchere: „Gleichzeitig rechnen wir mit starken Mittelzuflüssen, die durch eine hohe Risikobereitschaft, das Wachstumsgefälle zwischen Schwellen- und Industrieländern und die starke historische Performance getrieben werden. Das begrenzte Angebot und die starken Mittelzuflüsse sollten die Bewertungen im Laufe dieses Jahres stützen.“
Gleichwohl weist BlueOrchard darauf hin, dass ein umsichtiges Risikomanagement und eine fokussierte Emittenten-Auswahl entscheidend sein werden, um die Chancen bei Unternehmensanleihen aus Schwellenländern zu nutzen.