Ein strukturelles Gewinnwachstum, das unabhängig von guter Konjunktur ist, zeichnet diese Unternehmen aus. Doch auch diese Unternehmen durchlaufen Phasen, in denen sie hinter dem Gesamtmarkt zurückbleiben (siehe Grafik). Das eröffnet langfristig orientierten Anlegern auch Chancen. „Denn in der Vergangenheit zahlte sich der Fokus auf Qualität aus, unserer Meinung nach wird das auch in der Zukunft so sein“, schreibt Tilo Wannow, Portfoliomanager des ODDO BHF Polaris Balanced, in einem aktuellen Marktkommentar.
„Als Portfoliomanager sind wir an möglichst stabilen Erträgen interessiert, die es uns erlauben, Aktien lange im Portfolio zu halten“, führt Wannow aus.
Megatrends bieten Wachstumschancen
1. Die Konjunkturabhängigkeit der Umsätze
Die Umsätze von Herstellern des täglichen Bedarfs (z.B. Lebensmittel, Körperpflege) leiden in Krisenphasen viel weniger als die von Produzenten sehr teurer Konsumgüter oder Industrieprodukte. Ebenfalls sehr stabil sind die Ausgaben für die Gesundheitsvorsorge, zumal die Kosten oft vom Staat oder Versicherungen übernommen werden. „Eine Diversifikation der Geschäftstätigkeit nach Regionen, Ländern und einzelnen Kundengruppen reduziert die Gefahr starker Verwerfungen ebenfalls“, schreibt Wannow.
2. Das Verhältnis von Fixkosten zu variablen Kosten
Wenn der Umsatz in der Krise zurückgeht, fallen nicht automatisch alle Kosten in gleichem Maße. Ausgaben für Mieten, Leasing, Mitarbeiter, Heizung etc., sogenannte Fixkosten, bleiben in der Regel zunächst gleich. „Die operativen Gewinne fallen dann prozentual stärker als der Umsatz. Nur die variablen, also direkt durch den Umsatz ausgelösten Kosten sinken in ähnlichem Maße“, ergänzt der Portfoliomanager. Qualitätsunternehmen zeichnen sich durch eine insgesamt niedrige Kostenquote und damit eine hohe operative Gewinnmarge aus. Fixkosten sollten einen relativ niedrigen Anteil an den Gesamtkosten ausmachen. „Hohe Liquiditätsreserven ermöglichen zudem kontinuierliche Investitionen in Forschung, Entwicklung oder strategische Wachstumsfelder, die langfristig Wert schaffen und zur nachhaltigen Stärkung der Marktposition beitragen“, argumentiert Wannow.
3. Der Verschuldungsgrad
Angesichts der wachsenden Konjunkturrisiken gibt es aber ein weiteres Merkmal, auf das besonders geachtet werden muss: die Verschuldung der Unternehmen. Auslaufende Unternehmensanleihen müssen entweder aus der Bilanz bezahlt oder von den Unternehmen durch die Ausgabe neuer Anleihen zu einem höheren Kupon refinanziert werden. „Eine höhere Zinslast drückt auf den Gewinn und lässt weniger Spielraum für Investitionen“, führt Wannow aus. In diesem Umfeld sei es ratsam, die Verschuldung des Unternehmens gering zu halten, denn ein zu hoher Schuldendienst hat schon so manches Unternehmen in Schwierigkeiten gebracht. Sehr hoch verschuldete Unternehmen schließen wir daher bei der Auswahl aus.
Sehr erfolgreiche Unternehmen zeichnen sich durch hohe freie Cashflows und einen hohen Bestand an liquiden Mitteln in der Bilanz aus. Diese Liquidität gibt den Unternehmen einerseits die Freiheit und Flexibilität, Konkurrenten zu übernehmen oder Aktien zurückzukaufen.
Starke Marktposition vorteilhaft
Qualität durch finanzielle Verlässlichkeit und stabiles Geschäftsmodell
Geringe Verschuldung bedeutet geringere Zinsverpflichtungen und damit ein geringeres Risiko, in Rezessionen in die Insolvenz zu rutschen, sowie geringere Zinszahlungen, was die Rentabilität erhöhen kann. „Liquidität schafft Flexibilität bei strategischen Entscheidungen und Unabhängigkeit von Banken und anderen Kreditgebern“, so Wannow. Eine geringe Abhängigkeit von der Finanzierung und eine starke Marktposition machen diese Unternehmen widerstandsfähiger gegenüber konjunkturellen Schwankungen. Und darauf wird es auch in den nächsten Jahren ankommen.
































