Wirtschaft

Deutsche Wirtschaft: Wolken am Horizont?

Die Zahlen zum Wirtschaftswachstum in Deutschland sollten im dritten Quartal keine größeren Überraschungen bergen.  Oliver Maslowski, Fondsmanager des JB German Value Stock Fund bei GAM, schätzt die Zahlen zum Wirtschaftswachstum im dritten Quartal als solide ein, sieht aber erhebliche Unsicherheiten für das Gesamtjahr und darüber hinaus. Er erwartet ein auf das Jahr hochgerechnetes Wachstum von etwas über 2 Prozent. Allerdings mahnt er zur Vorsicht mit Bezug auf die Erwartungen für das vierte Quartal: „Die Entwicklungen der letzten Wochen zeigen, dass wir das Gesamtwachstum von 2 Prozent für das Jahr 2015 durchaus verfehlen könnten. Die Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen liegen deutlich unter einem Prozent und deuten damit auf ein schwaches zukünftiges Wachstum und niedrige Inflationsraten hin.“

Für die Eurozone ist Maslowski vorsichtig optimistisch: „Die jüngsten Daten zeigen, dass sich das Wachstum in Europa auf tiefem Niveau stabilisiert. Der Einkaufsmanagerindex für die Eurozone war im Oktober stabil, ebenso wie der vielbeachtete Ifo-Index für Deutschland, der die Stimmung der Unternehmen widerspiegelt.“ Mit Blick auf die Europäische Zentralbank gibt er jedoch zu bedenken: „Diese durchaus soliden Zahlen, die darauf hindeuten, dass das Wachstum im vierten Quartal ähnlich hoch sein dürfte wie im dritten, reichen der EZB anscheinend noch nicht, denn sie betreibt weiter ihre sehr lockere Geldpolitik, auch bekannt als Quantitative Easing.“

Die Geldpolitik sowie das derzeitige Niedrigzinsumfeld begünstigen laut Maslowski Wachstumsaktien im Vergleich zu Substanzwerten. Diese Meinung spiegelt sich auch in seinem  Aktienfonds wider, den er derzeit defensiv positioniert. Insbesondere bei zyklischen Werten ist er untergewichtet, etwa bei Rohstoffen und Finanztiteln. Banken sind im Fonds überhaupt nicht vertreten. Dagegen ist er bei IT, Telekommunikation und Medienwerten übergewichtet. Maslowski erklärt: „Ich bevorzuge Mittelständler, vor allem die sogenannten Hidden Champions, die noch deutlich mehr Kurspotenzial haben als die Large Caps. Dazu zählen Freenet, Sixt, Zooplus und Takkt. Entsprechend habe ich die Großkonzerne wie Siemens, BASF, Allianz und SAP untergewichtet.“

Generell konzentriert sich Maslowski stärker auf unternehmensspezifische Zahlenveröffentlichungen als auf Konjunkturdaten. Er meint: „Trotz der insgesamt positiven Wirtschaftszahlen haben wir in den letzten Monaten stark divergierende Ergebnisse in den unterschiedlichen Branchen gesehen. Banken und Versicherungen sowie rohstoffnahe Branchen lieferten enttäuschende Quartalszahlen, während Technologie, Gesundheit und Telekommunikation gute Ergebnisse zeigten und die Erwartungen übertreffen konnten.“ Auch den VW-Skandal hat der Experte im Auge: „Dieser ist ein zusätzlicher Belastungsfaktor für das Gewinnwachstum des deutschen Gesamtmarktes. Der Gewinnbeitrag von VW am DAX lag letztes Jahr bei immerhin rund 10 Prozent.“

 

print
  • admin

ASCORE Auszeichnung

Es gibt viele gute Tarife – für die Auszeichnung „Tarif des Monats“ gehört mehr dazu. Lesen Sie hier, was die ausgezeichneten Tarife zu bieten haben.

Tarife des Monats im Überblick

ETF-News

ETF-News

Aktuelle News zu börsengehandelten Indexfonds.

zu den News

Guided Content

Guided Content ist ein crossmediales Konzept, welches dem Leser das Vergleichen von Finanzprodukten veranschaulicht und ein fundiertes Hintergrundwissen liefert.

Die Ausgaben im Überblick

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Mein Geld Newsletter

Melden Sie sich für unseren 14-tägigen Newsletter an.

zur Newsletteranmeldung

Themen-Leader Assekuranz

cpit

Hier gehts zu den Videos

Icon

Mein Geld Magazin

Die aktuelle Ausgabe

Mein Geld 05 | 2025

Die Zeitschrift Mein Geld - Anlegermagazin liefert in fünf Ausgaben im Jahr Hintergrundinformationen und Nachrichten aus den Bereichen Wirtschaft, Politik und Finanzen.

zur Ausgabe | alle Ausgaben