Versicherungen

Versichert, digital und mehr – was kommt in 2017?

Big Data, Digitalisierung – und alles immer schneller. Wer hier mitfährt, dem steht alles offen, man sieht das am atemberaubenden Wachstum der in dem Zusammenhang gerne aufgeführten Companies wie Google, Apple oder Microsoft.

Wer die Daten hat, hat die Macht, wer zu langsam ist, bleibt am Wegrand stehen – doch gilt das wirklich für die gesamte Wirtschaft? Wo steht unsere Branche, die Versicherungswirtschaft, in diesem Umfeld? 2017 muss einiges passieren, das ist klar. Doch muss man als Versicherer jeden Trend mitmachen?

Das Image der Branche – konservativ, behäbig, nicht wirklich geliebt

Was ist cooler – Apple oder eine Versicherung? Da fragt man am besten nicht weiter nach, jeder weiß, das Image der Versicherungen ist schlecht. Der Beruf des klassischen Versicherungsvertreters liegt im Beliebtheitsranking abgeschlagen auf dem letzten Platz – und das kontinuierlich seit Jahren. Der Service der Branche entspricht nicht mehr dem heutigen Standard, man muss sich noch durch Berge von Formularen und Bedingungen kämpfen, die angebotenen Dienstleistungen, heute gerne Produkte genannt, sind selbst für Insider intransparent. Dabei ist immer mehr Transparenz angesagt – das Internet weiß alles, wenn auch nicht immer wirklich richtig. Der Kunde hat eine ganz neue Macht gegenüber den Anbietern gewonnen, für die Unternehmen ein ungewohnter Zustand. Die Versicherungsbranche hat die Trends der Zeit lange ignoriert. Jetzt bläst ihr der Wind ins Gesicht. Digital? Lange Fehlanzeige. Schnell und unkompliziert? Ebenfalls Fehlanzeige. Und wer will noch den Vertreter auf der Couch sitzen haben? Man sollte allerdings die Menschen in den Versicherungen nicht unterschätzen. Sie haben begriffen, dass sich etwas ändern muss.

2016 – ein Ruck ging durch die Branche

Digitalisierung – das war das Schlagwort des Jahres 2016 in der Versicherungsbranche. Neue Gesellschaften wurden gegründet, natürlich voll digital. Insuretecs brachen die Strukturen auf, oft wurde sogar vor Gericht gestritten. Neue Ideen kamen und gingen auch wieder. Fest steht: Die Branche ist auf den Zug der Digitalisierung aufgesprungen. Dazu kommen Probleme mit den Niedrigzinsen, die klassische Geschäftsmodelle der Branche in Frage stellen. Auch hier muss man reagieren, auch hier sind viele neue Ansätze zu sehen. Man versucht, sich im Servicebereich neu aufzustellen, viele Apps geistern durch die AppStores, die teilweise den Service deutlich verbessert haben. Auch hat man erkannt, dass die IT-Landschaft vielerorts hoffnungslos veraltet ist, hier kommen riesige Investitionen auf die Branche zu, um in der neuen, digitalisierten Welt den Erwartungen der Kunden entsprechen zu können.

2017 – das Jahr der Veränderungen

Der schlafende Riese kommt langsam in Bewegung. Im Jahr 2017 werden sich Insuretecs und klassische Vertriebe weiter annähern und die Vorteile des jeweiligen Weges eher partnerschaftlich und gemeinsam nutzen. Im Gewerbe ist nach wie vor ein hoher Beratungsbedarf, ein Industrieunternehmen versichert man nicht mal eben am Smartphone. Hier wird der klassische Vertreter mit Kompetenz und Service punkten. Andere Versicherungen wie KFZ-Policen werden digitaler abgewickelt. Der Kunde will hier schnell bedient werden und keine langwierigen Formularkriege. Auch der Schadenservice kann von der Digitalisierung weiter profitieren. Kurze Wege bringen schnelle Entscheidungen, alle Seiten gewinnen dadurch. Man wird entdecken, was mit dem riesigen Datenbestand der Unternehmen alles machbar ist. Nur wird man dazu einige IT-Investitionen inm Sachen Big Data tätigen müssen. In der Lebensversicherung wird man vorsichtig neue Wege gehen, tot ist dieses Modell noch lange nicht. Wie in der Krankenvollversicherung ist man hier auch von politischen Rahmenbedingungen abhängig – aus Berlin und aus Brüssel. Man will ja gerne transparent und kundenfreundlich sein, man muss es aber auch dürfen.

Insgesamt ist die Branche auf dem richtigen Weg. Man erkennt die immer stärkere Stellung und Bedeutung des Kunden, man wird sich weiter digitalisieren, ohne die klassischen Werte eines Versicherungsunternehmens wie Verlässlichkeit und Vertrauen aufs Spiel zu setzen. Das wäre genauso verhängnisvoll, wie den Trend der Zeit zu verpassen.

Dr. Klemens Surmann, Gothaer Finanzholding AG

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