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Gefährlich: blindes Vertrauen!

Versicherungen

Apple, Google, Facebook und Co. – sind das die neuen Technologie-Bedrohungen für Banken und Versicherer?

 

Fachleute aus der Finanz- und IT-Branche sehen diese Gefahr als real an. Nicht umsonst warnt auch das Weltwirtschaftsforum Banken und Versicherer davor, sich zu stark auf die Partnerschaft mit einem der gigantischen Technologieunternehmen zu verlassen.

Betrachtete man in der Finanzbranche bisher die Fintechs mit skeptischen Blicken, so scheint die Gefahr aus der falschen Richtung vermutet worden zu sein. Viele Finanzinstitute verlassen sich inzwischen bei ihren wichtigsten strategischen Fähigkeiten sehr stark auf Apple und Co. Im Gegenzug können sie nur ihr laufendes Geschäft anbieten. Aber ist das genug? Immerhin können die Technologieriesen dieses bereits selbst liefern und dadurch zu einer ernsthaften Bedrohung werden.

Die Befürchtung, dass die Fintechs in einigen Nischen das Finanzsystem vollkommen verändern werden, ist aktuell vom Tisch. Die schnelle Reaktion vieler Banken und Versicherer verhinderte dies, denn sie kooperierten mit den Fintechs oder adaptierten deren Geschäftsmodelle. Auch waren die meisten dieser Unternehmen zu klein, um der Branche nachhaltig gefährlich werden zu können.

Datenmacht vs. Datengläubigkeit

Die großen Technologieunternehmen dagegen verfügen im Gegensatz zu den Fintechs über eine schier unbegrenzte Datenbasis und eine Markenstärke, die konkurrenzlos ist.

Amazon bietet darüber hinaus in einer Vielzahl von Ländern eigene Bezahldienste und Konsumentenkredite an. Und die Berliner Smartphone-Bank N26 teilte mit, dass sie noch in diesem Jahr in Frankreich und Italien Apple Pay in ihre App integrieren wird.

Versicherer sind auf Daten angewiesen sind, doch niemals werden sie auch nur über einen Bruchteil dessen verfügen, was sich auf den Rechnern von Google ansammelt. Dieses Ungleichgewicht ist nicht nur ungesund, es spült den Marktvorteil geradewegs zu Google.

Verständlich, dass die Branche deshalb darauf drängt, dass endlich wieder zwischen Datenmacht und Datengläubigkeit unterscheiden werden müsse. Gleichzeitig sei es aber auch zwingend notwendig, dass sich die Verantwortlichen der Branche weiterbildeten. Denn nur durch das Verständnis der aktuellen Technologien kann eine umfassende Beratung der Kunden sicherstellen.  (I. Blisse)

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