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Beitragssenkung bei der Rente ist kein Grund zum Jubeln: „Niedrige Beiträge bedeuten am Ende vor allem weniger Rente!“

Versicherungen

Der Bundesverband der Rentenberater kritisiert Pläne die Rentenbeiträge auf 18,9 % zu senken. Die Experten fordern: Beiträge stabil halten – Leistungen verbessern!

Auf die aktuellen Pläne den Beitragssatz zur Rentenversicherung auf unter 19 % zu senken, reagiert der Präsident des Bundesverbandes der Rentenberater e.V., Martin Reißig, mit klaren Worten: „Man muss den Menschen schon die Wahrheit sagen. Wer weniger Beitrag zahlt, wird am Ende auch weniger Rente bekommen.

Nach der aktuellen gesetzlichen Lage müssen die Beiträge zwar gesenkt werden, wenn die Rücklagen 1,5 Monatsausgaben überschreiten, eine Absenkung der Beiträge auf unter 19 % hat aber nach Ansicht des Bundesverbandes der Rentenberater e.V. nur „kosmetischen Charakter“. „Das sieht auf dem Papier gut aus, der Einzelne hat aber aktuell nur wenige Euro mehr im Portemonnaie“, sagt Martin Reißig. „Und am Ende zahlt der Versicherte sogar noch drauf, weil die Rente nicht ausreicht. Die Beiträge sollten stabil bleiben und mit den Überschüssen die Leistungen verbessert werden.“

„Uns geht es primär nicht um ein oder zwei Euro“, sagt Reißig. „Uns liegt vor allem an einer kritischen Diskussion über die Verwendung der Überschüsse. Wir plädieren da ja eher für eine Verbesserung der Leistungen wie z.B. die Neuregelung der Rente bei Berufsunfähigkeit. Sogar eine Erhöhung der Rücklagen wäre noch sinnvoller als so ein rein optisch attraktiver Zinssatz.“

Die Neuregelung der Rente bei Berufsunfähigkeit ist nach Ansicht des Bundesverbandes der Rentenberater e.V. längst überfällig. Menschen, die nach dem 1. Januar 1961 geboren wurden, haben aktuell keinen Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitsrente. Eine derartige Leistung privat abzusichern ist für Menschen zwischen 55 und 67 kaum bezahlbar. Außerdem sind die Nettorenten seit Jahren gesunken. Allein die Anhebung der Beiträge für die Krankenversicherung belastet die Rentner schwer. Es ist zu erwarten, dass die Beiträge zur Pflegeversicherung ebenfalls angehoben werden.

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