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EM Corporate Debt und Asian Debt HC: Schwellenländer aktuell weniger anfällig für Risiken

Investmentfonds

2016 war ein gutes Jahr für Unternehmensanleihen aus Schwellenländern. Nach einem holprigen Start mit einigen Unsicherheiten wurden die Anleger zuversichtlicher.

 

Das lag an den positiven Wachstumsaussichten, aber auch an den verbesserten politischen Entwicklungen in vielen Emerging Markets (EM). Die wichtigsten Renditetreiber waren dabei Rohstoff – und Energiesektortitel. Die Erträge bei asiatischen Unternehmensanleihen sind solide, sodass sich die Region als sicherer Hafen erweist.

Joep Huntjens, Lead Portfolio Manager EM Corporate Debt, Head of Asian Fixed Income und Lead Portfolio Manager Asian Debt Hard Currency bei NN Investment Partners, kommentiert: „Weder der Brexit noch die Ergebnisse der US-Wahlen haben die EM Corporate Debt Märkte langfristig beeinträchtigt. Durch die besseren Rahmendaten in den Schwellenländern sind die Märkte hier jetzt weniger anfällig für externe Schocks, als sie es noch in den vergangenen Jahren waren. Diese größere Resilienz gegenüber Risiken zeigt sich an der positiven Gesamtrendite von 10% für den Corporate Emerging Markets Bond Diversified Index (CEMBI).

„Besonders gut haben sich Rohstoff-Werte entwickelt. Dabei brachten festverzinsliche Titel des Metall- und Bergbausektors bis zu 34 %, Titel von Öl- und Gasemittenten kamen immerhin auf 12 %. Damit sind die Energiekonzerne die klaren Gewinner des vergangenen Jahres.“

„Ein Blick auf die einzelnen Regionen zeigt, dass Lateinamerika mit einer Gesamtrendite von 14 % am stärksten von der Erholung der Rohstoffpreise profitierte. Russland brachte es mit seinem starken Energiesektor, wenig Neuemissionen und leistungsfähigen Unternehmen auf insgesamt 16 %. Dagegen brachten Anleihen aus Ländern, die in turbulenten Zeiten als sichere Wahl gelten, im Vergleich eher geringe Renditen. Dennoch  kamen Titel aus Asien und dem Nahen Osten auf immerhin 6 %.“

Huntjens erwartet eine Gesamtrendite von 4 – 6 % für EM Corporate Debt im Jahr 2017: „In diesem Jahr ist es eine besondere Herausforderung, eine verlässliche Prognose auf die Entwicklung der Treasury-Rendite bis zum Jahresende zu machen. Viel hängt von der zukünftigen Wirtschaftspolitik der USA und ihrer Auswirkung auf die Schwellenländer ab.

Wir gehen davon aus, dass die erwarteten fiskalischen Impulse und eine ausstehende Zinserhöhung der Fed bereits zu einem großen Teil in den Preisen enthalten sind. Nach unseren Berechnungen kommen wir auf eine voraussichtliche Mindestgesamtrendite von 4 % (auf US-Dollar-Basis) für EM-Unternehmensanleihen. Stellschrauben sind hier einerseits die Inflation und andererseits die US-Politik: Renditen könnten sogar bis zu 6 % erreichen, sollten die Inflationserwartungen sinken. Wenn allerdings die amerikanische Politik protektionistischer ausfällt, als der Markt erwartet, wird sich das negativ auf die Renditen auswirken.“

Ausblick für Hartwährungsanleihen in Asien: „Der asiatische Anteil am EM-Markt für auf Hartwährung lautende Unternehmensanleihen wächst stetig. Für die Zukunft sehen wir besondere Chancen für Titel aus Indien und Indonesien. Hier wurden wichtige Reformen umgesetzt, die das Wachstum langfristig anregen können. Beispiele sind ein Gesetz zur Steueramnesie in Indonesien und die Einführung der Mehrwertsteuer in Indien. Sollte sich jedoch die Stimmung gegenüber Schwellenländern verschlechtern, sind auch in diesen Ländern Anleihen in US-Dollar von möglichen Kapitalabflüssen bedroht.

„China wird aus unserer Sicht seinen Wachstumstrend nicht halten können. Bedenken nehmen zu, dass sich die Risiken im Land ausweiten. Das könnte die Volatilität in diesem Jahr verstärken. Zum Beispiel war bisher der Immobilienmarkt Hauptträger des Wachstums in der Volkswirtschaft. Das kann so nicht weitergehen, denn das Baugewerbe ist ein zyklischer Sektor. Irgendwann übersteigt das Angebot die Nachfrage und es kommt zu einer Überhitzung. Daher wird der Immobilienmarkt in diesem Jahr nicht so stark zum Wachstum der chinesischen Wirtschaft beitragen, wie es noch im vergangenen Jahr der Fall war. Wir denken, dass es nach dem Wechsel der Führungsspitze im November zu einer allmählichen Verlangsamung des Wachstums kommt.

Huntjens prognostiziert für asiatische Hartwährungsanleihen geringere Renditeerwartungen bei reduziertem Risiko: „Bei den Unternehmensanleihen in Schwellenländern gilt Asien als ein Markt mit reduziertem Risiko. Darum sind hier die Renditen auch geringer als in anderen Regionen. Insgesamt können wir im Jahr 2017 zwischen 3 – 5 % erwarten, also einen Prozent weniger als bei EM-Unternehmensanleihen. Allerdings finden wir in keiner anderen Region der Schwellenländer ein so belastbares Marktumfeld wie in Asien und besonders in China. Dies sollte sich auch weiterhin positiv auf die Ertragsentwicklung auswirken.“ (NN IP)

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