Investmentfonds

In Schwellenländern mit ESG-Strategien besonders großes Potenzial

Faktoren aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) gewinnen der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments zufolge nach den Industriestaaten nun auch in den Schwellenländern immer stärker an Bedeutung.

Industrieländer

Faktoren aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) gewinnen der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments zufolge nach den Industriestaaten nun auch in den Schwellenländern immer stärker an Bedeutung.

 

„Die Herausforderungen haben unter Umständen andere Dimensionen, aber wie aktuelle Studien zeigen, lohnt es sich für Vermögensverwalter, mit Unternehmen zusammenzuarbeiten, die an der Verbesserung ihrer ESG-Leistungen arbeiten“, schreibt Portfoliomanagerin Lisa Lim in einem aktuellen Kommentar.

Sowohl Politiker als auch Anleger und andere Interessengruppen in Schwellenländern haben Columbia Threadneedle zufolge inzwischen ein ganzheitlicheres Bild von nachhaltigem Wirtschaftswachstum. „Die gute Nachricht ist, dass sich die Dinge zum Besseren wenden“, schreibt Lim.

So habe China 2016 einen ehrgeizigen Fünfjahresplan für den Natur- und Umweltschutz verkündet. In Brasilien hätten die Behörden im vergangenen Jahr nach dem Bestechungsskandal um Petrobras mit der „Operation Autowäsche“ das bislang größte Projekt zur Korruptionsbekämpfung ins Leben gerufen.

Der Fondsgesellschaft fällt auf, dass auch die Unternehmen sich zunehmend mit dem Thema befassen.

„Einige treten nun aus eigener Initiative an uns heran und bitten uns um unseren Rat und unsere Meinung zu ihren ESG-Kompetenzen“, schreibt Lim. Denn das Bewusstsein steige, dass die Vernachlässigung von ESG-Themen nachweislich Konsequenzen habe und Geldstrafen oder Schlimmeres nach sich ziehen könne. Ein Beispiel dafür seien die anhaltenden arbeitsrechtlichen Probleme bei Honhai.

„Die größte Schwierigkeit für Fondsmanager, die Anlagen in Schwellenländern tätigen, liegt darin, dass die dortigen ESG-Standards sich drastisch von denen in westlichen Ländern unterscheiden können“, schreibt Lim. Beispielsweise seien die Offenlegungspraktiken in der Regel mangelhaft. Geschäftsberichte enthielten meist wenig Informationen und seien nicht so einheitlich wie in den Industrieländern.

„Deshalb ist eine veränderte Einstellung zu ESG-Themen manchmal schwierig zu erkennen, und die Datenanalyse wird zur Herausforderung. Wir müssen also mit den Unternehmen im Dialog bleiben, um sie beurteilen zu können.“ In dieser Hinsicht seien aktive Portfoliomanager im Vorteil.

Einwände, dass ESG-Anlagestrategien die Rendite beeinträchtigen könnten, widerlegt Columbia Threadneedle.

Interessanterweise böten ESG-Faktoren in Schwellenländern sogar oft größere Chancen. „Vereinfacht ausgedrückt ergeben sich dadurch mehr Chancen, Wert zu schöpfen und Risiken zu vermeiden, als in den Industrieländern“, schreibt Lim. Zum Beweis zitiert sie eine Studie von Cambridge Associates aus dem Jahr 2016.

Diese kam zu dem Ergebnis, dass der MSCI Emerging Markets ESG Index in den ersten drei Jahren nach seiner Auflegung besser abgeschnitten hat als der MSCI Emerging Markets Index. Mehr als die Hälfte dieser Mehrrendite war der Studie zufolge auf ESG-Faktoren zurückzuführen, etwa CO2-Emissionen, Produktsicherheit und Unternehmensführung nach ethischen Grundsätzen.   (Colum Th)

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