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Crowdinvesting-Plattformen: Chancen im Rahmen von FinTech

Investmentfonds

Crowdinvesting bietet einer Vielzahl von Personen mit geringem Kapitaleinsatz die Chance einer Beteiligung an meist jungen Unternehmen, Produkt- oder Dienstleistungsinnovationen. Doch wo liegen die Vorteile für Investoren – und welchen Herausforderunen muss man sich stellen?

Die Anleger, auch Mikroinvestoren genannt, treffen über Internetplattformen auf die finanzierungsbedürftigen Projekte, an denen sie über stille Beteiligungen, patriarchische Darlehen oder Genussrechten Anteil haben. Die Anbieter von Crowdinvesting-Plattformen sind meist Finanztechnologie-Unternehmen (FinTechs). Bei Erfolg des mitfinanzierten Vorhabens erwartet Mikroinvestoren nicht selten eine hohe Rendite.

Crowdinvesting-Plattformen

So mannigfaltig wie finanzierungsbedürftige Projekte sind, sind auch die Möglichkeiten des Crowdinvestings. Viele Plattformen sind spezialisiert auf bestimmte Projekte. Für den Bereich der Immobilienfinanzierung bietet etwa der Anbieter Exporo mit Hauptsitz in Hamburg seit 2014 ein Portal für Deutschland und bietet Mikroinvestoren Beteiligungsmöglichkeiten bereits ab 500 Euro.

Die Finanzierung von Start-ups ist über eine ganze Reihe weiterer Plattformen möglich. Dazu gehört etwa Seedmatch, eine spezielle Plattform für junge deutsche Unternehmen. So gibt es Portale, die ihren Fokus auf das Crowdinvesting besonders innovativer und zukunftsweisender Ideen von Morgen legen. Mit aescuvest findet sich sogar eine Plattform speziell für den Gesundheitsmarkt.

Groß ist auch das Angebot für die Energiebranche. So setzt sich das Portal Econeers besonders für Erneuerbare Energien ein und bietet Mikroinvestments im Rahmen der Energiewende. So ermöglicht es der Anbieter dem Investor, sich an nachhaltigen und umweltnahen Vorhaben zu beteiligen.

Chancen für Mikroinvestoren

Zu den Chancen und Vorteilen des Crowdinvesting gehört primär die Möglichkeit, innovative Ideen von Start-ups, nie dagewesene Vorhaben und vielversprechende Projekte zu unterstützen. Hervorzuheben ist, dass durch kleine Investments eine Art Demokratisierung der Finanzierung des Projekts stattfindet.

Aber auch die Mitbestimmungsmöglichkeiten über die reine Finanzbeteiligung hinaus, etwa durch Handlungsempfehlungen oder Know-How der Investoren können Motivationen darstellen, sich in diese Projekte zu integrieren, um erfolgswirksame Entwicklungen zu unterstützen.

Bei kleinem Kapitaleinsatz bietet Crowdinvesting zudem die Möglichkeit der Risikoreduktion durch Portfolio-Diversifikation. Sicherheit ist Anlegern auch dadurch gegeben, dass ihr Investment erst unter der Voraussetzung der Vollfinanzierung zum Tragen kommt.

Risiken aus Anlegersicht

Während das Verlustrisiko beim Crowdfunding im Allgemeinen gering ist und es nur um die Unterstützung einer Idee geht, haben Mikroinvestoren beim Crowdinvesting zu berücksichtigen, dass Investments risikobehaftet sind. Der Kapitaleinsatz kann vollständig verloren gehen, wenn die mitfinanzierten Vorhaben sich als nicht erfolgreich herausstellen. Im Falle der Insolvenz ist nicht mit Rückzahlungen zu rechnen. Daher sollte der Anleger abwägen, ob ein Investment neben den Ertragsaussichten auch moralische Mehrwerte bietet. In diesem Falle bleibt im Falle der Erfolgslosigkeit des Projekts zumindet der emotionale Mehrwert, sich an einer „Guten Sache“ beteiligt zu haben.

Das angesprochene Mitgestaltungsrecht ist in Anbetracht der meist hohen Zahl an Mitinvestoren nicht selten eingeschränkt, daher sollte der geneigte Investor in Erfahrung bringen, ob sein Know-How auch in dem zu blegleitenden Projekt verarbeitet werden kann.

Der Markt für Crowdinvesting-Projekte ist groß und derzeit noch unübersichtlich, was ein hohes Maß an Experten- oder Insiderwissen erfordert, um in die richtigen Vorhaben zu investieren.

Entwicklung und Finanzierungsvolumina

Gemäß „Crowdinvest-Erfolgsmonitor“ sind in den letzten fünf Jahren deutschlandweit rund 126 Millionen Euro in 377 erfolgreich abgeschlossene Crowdinvesting-Projekte geflossen. Hierbei sind knapp 85% des Kapitaleinsatzes allerdings noch aktiv, das heißt weder ausfallbedroht noch in vollem Umfang zurückgezahlt. Das wachsende Investitionsvolumen hat Aufsichtsbehörden wie die BaFin zu einer strikteren Regulierung des Crowdinvesting und anderer Formen der Schwarmfinanzierung veranlasst.

Als chancenreiche wie auch risikobehaftete Anlageform, eignet sich das Crowdinvesting zusammenfassend für informierte Branchenkenner und Insider, die bestimmte Vorhaben aus Überzeugung unterstützen. Genaue Kenntnis der Projekte und Einschätzung ihres Entwicklungspotentials sind Voraussetzungen für renditestarkes Investment. Da nur ein solcher Kapitaleinsatz empfehlenswert ist, der im Falle des möglichen Totalverlustes verkraftet werden kann, sollte Crowdinvesting mit Bedacht in das Portfolio integriert werden.

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